Mit dem LeaderPhabrix Sx2 wandert die 12G-SDI-Messtechnik in ein Handgerät: Der Analyzer kann Signale von 270M-SDI bis 12G-SDI analysieren und erzeugen und deckt damit SD, HD, 2K sowie 4K/UHD ab. Das Sx2E erweitert diese Funktionen um Messungen auf der physikalischen SDI-Schicht.
Der Schritt auf 12G-SDI war nach Aussage von Karlheinz Dern im Gespräch mit mebucom vor allem eine Reaktion auf Anforderungen aus der Praxis. „Viele Kunden haben nach 12G-SDI gefragt“, sagt Dern. Bei Kameras und anderen Geräten sei die Schnittstelle für UHD- und 4K-Signale inzwischen verbreitet, während die bisherigen kleineren Handhelds der Sx-Serie bei 3G-SDI endeten.
Die höhere Datenrate allein macht das neue Gerät allerdings noch nicht zum Ersatz für ein stationäres Messsystem. Entscheidend für den vorgesehenen Einsatz ist, dass Analyzer, Generator und Monitor weiterhin mit Akku betrieben und direkt an verschiedenen Stellen einer Signalkette angeschlossen werden können. Der proprietäre Lithium-Ionen-Akku ist austauschbar und lässt sich im Gerät über USB-C laden; Ersatzakku und externes Ladegerät sind als Zubehör erhältlich.
Sx2E misst Eye Pattern und Jitter
Beim Basismodell Sx2 liegt der Schwerpunkt auf Signalerzeugung, Analyse und Monitoring. Das Sx2E geht einen Schritt tiefer in die Leitung: Mit der RTE-Echtzeit-Eye-Technologie lassen sich unter anderem Amplitude, DC-Offset sowie Anstiegs- und Abfallzeiten des SDI-Signals messen. Für Jitter stehen Messungen mit Filtern bei 10 Hz, 100 Hz, 1 kHz, 10 kHz und 100 kHz zur Verfügung. Der 12G-SDI-Loop-Out gehört ebenfalls zur Ausstattung des Sx2E.

Damit zielt diese Variante vor allem auf Fehler, bei denen zwar noch ein Bild anliegt, die Signalqualität auf der Leitung aber geprüft werden muss. Das einfache Praxisbeispiel aus dem Gespräch: Kommt ein Kamerasignal im Ü-Wagen nicht an, kann der Techniker die einzelnen Übergabepunkte einer SDI-Strecke ablaufen. „Man kann sich zur Kamera vorarbeiten, das Gerät anschließen und prüfen: Habe ich hier ein Signal? Dann geht man die Kette weiter und schaut, an welcher Stelle es verschwindet“, so Dern.
Für die Bildkontrolle stehen unter anderem Picture View, Waveform, Vektorskop und Dataview bereit. Zusatzdaten wie ATC-Timecode, AFD sowie verschiedene Closed-Caption-Formate können ebenfalls ausgewertet werden. Je nach SDI-Format analysiert das Gerät bis zu 128 eingebettete Audiokanäle; 16 davon lassen sich gleichzeitig im Audiometer darstellen.
Ein optionales HDR-Toolset ergänzt unter anderem Messfunktionen für HLG, PQ, Sony S-Log3 und SR Live. Dazu gehören eine programmierbare Falschfarben- beziehungsweise Heatmap-Darstellung sowie HDR-Waveform-Anzeigen in Nits.
Touchscreen und Logging
Gegenüber den kleineren Sx-Handhelds ändert sich auch die Bedienung deutlich. Das Sx2 besitzt einen kapazitiven 7,5-Zoll-Touchscreen mit 1920 × 1200 Pixeln; alternativ lässt es sich über Drehregler und Steuerkreuz bedienen. Bis zu acht Quad-Split-Vorlagen können gespeichert werden, wobei jeweils drei oder vier Messinstrumente gleichzeitig auf dem Display stehen. Über USB-C DisplayPort lässt sich die Oberfläche zudem mit 1920 × 1200 Pixeln auf einem externen Display ausgeben.
Für längere Fehlersuchen zeichnet der Event Logger unter anderem Änderungen der SDI-Eingangsrate, den Audio-Status oder den Referenz-Lock auf; beim Sx2E kommen Jitter-Ereignisse hinzu.
Über Gigabit-Ethernet kann der Sx2 außerdem ins Netzwerk eingebunden werden. Eine REST-API ermöglicht Fernsteuerung und automatisierte Tests, per SFTP oder Webbrowser lassen sich unter anderem Ereignisprotokolle, Presets, Screenshots und eigene Testbilder übertragen. USB-Speichersticks werden ebenfalls unterstützt.