Bei IP-basierten Produktionssystemen konkurriert der Medientransport auf einem Server mit den eigentlichen Anwendungen um Rechenleistung. Macnica verlagert diese Aufgaben mit seiner MEP100 SmartNIC in dedizierte Hardware. Auf einem Standard-Linux-Server soll eine einzelne Karte jetzt bis zu 32 unkomprimierte HD-Flows in Sende- und Empfangsrichtung über Dual 100GbE verarbeiten können.
Die MEP100 übernimmt dabei PTP, das Pacing nach SMPTE ST 2110-21 und den redundanten Betrieb mit SMPTE ST 2022-7. Macnica kombiniert die SmartNIC mit dem M2S Media Streaming SDK und erweitert die Entwicklungsumgebung um Linux. macOS wird weiterhin unterstützt.
„Eines unserer wichtigsten Ziele ist es, Entwicklern zu helfen, schneller und einfacher zu ihrer Lösung zu kommen“, sagt Dwayne Lachance, Product Manager bei Macnica. „Wer unter Linux ein Multichannel-Produkt entwickelt, sollte nicht erst ein Jahr lang einen ST-2110-Stack bauen müssen, um anschließend festzustellen, dass dieser den Server auslastet, auf dem er läuft. Wir verlagern den Transport in die Hardware, damit der Host für die Anwendung frei bleibt und nicht für unseren Transport benötigt wird.“
Zero-Copy bis in den GPU-Speicher
Für GPU-basierte Anwendungen ist vor allem der Datenpfad interessant. Zero-Copy-DMA über PCIe soll vermeiden, dass Frames zunächst durch zusätzliche Zwischenpuffer laufen. Mit NVIDIA GPUDirect können die Daten laut Macnica direkt in den GPU-Speicher übertragen werden.
CPU- und GPU-Ressourcen des Servers bleiben dadurch für die eigentliche Anwendung verfügbar, etwa für Inferenz, Analyse oder Rendering. Für Hersteller, die solche Funktionen mit unkomprimierten ST-2110-Signalen kombinieren wollen, verschiebt Macnica damit einen wesentlichen Teil der Medien-I/O aus der Software des Hosts auf die SmartNIC.
Das M2S Media Streaming SDK bildet die Softwareseite des Ansatzes. Macnica setzt auf APIs und ein anwendungsorientiertes Programmiermodell, damit Hersteller ST-2110-Produkte entwickeln können, ohne den kompletten Transport-Stack selbst implementieren zu müssen.
Macnica arbeitet zudem mit Hardwareherstellern wie Advantech an validierten Plattformen für die MEP100. Damit soll neben der Softwareentwicklung auch die Integration der SmartNIC in Serverplattformen vereinfacht werden.
Macnica zeigt Linux-Workflows auf der IBC2026
Auf der IBC2026 will Macnica die Linux-Unterstützung zusammen mit Partnerintegrationen demonstrieren. Am Stand 7.C07 sind Anwendungen von wTVision und Softron in interoperablen ST-2110-Umgebungen angekündigt. Gezeigt werden sollen unter anderem Grafikgenerierung, Channel Playout und Mediendistribution auf gemeinsamer IP-Infrastruktur unter Linux und macOS.
„Erfolgreich werden die Unternehmen sein, die schnell innovieren können, ohne bei Interoperabilität oder Zuverlässigkeit Abstriche zu machen“, sagt Lachance. „Wir entwickeln Werkzeuge, mit denen Entwickler dort arbeiten können, wo sie am produktivsten sind, und gleichzeitig darauf vertrauen können, dass ihre Lösungen auch unter realen Bedingungen funktionieren.“
Macnica stellt vom 11. bis 14. September 2026 auf der IBC im RAI Amsterdam an Stand 7.C07 aus.