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MoovIT bringt TAMS-Server Vecta in die Beta

Mit Vecta entwickelt MoovIT einen speicheragnostischen TAMS-Server für Postproduktions-Workflows. Die Lösung soll S3-Storage anbinden, parallele Zugriffe erleichtern und bestehende Anwendungen in TAMS-Umgebungen integrieren.

Andreas Lautenschläger, MoovIT
Andreas Lautenschläger, Geschäftsführer von MoovIT, sieht TAMS vor allem als Workflow-Thema.

MoovIT zeigt auf der IBC 2026 mit Vecta einen eigenen multi-mandanten-fähigen Server für Time Addressable Media Storage, kurz TAMS. Die Lösung befindet sich derzeit im Beta-Stadium und soll eine der größten Hürden bei der Einführung von TAMS senken: Bestehende Editing-, Ingest- oder Playout-Systeme sollen weiter genutzt werden können, auch wenn sie TAMS noch nicht nativ unterstützen.

Für Andreas Lautenschläger, dem Managing Director bei MoovIT, liegt der Nutzen von TAMS dabei nicht in erster Linie im Storage. „TAMS löst Herausforderungen, die wir seit Jahren in der Branche haben: Bandbreite, Speicherbedarf, Duplikate und Versionierung, aber auch parallele Zugriffe auf Material“, sagt Lautenschläger.

TAMS zerlegt Medien nicht mehr zwingend in klassische, durchgehende Files, sondern macht einzelne zeitliche Abschnitte adressierbar. Die Medien liegen dabei in sogenannten Chunks auf einem Object Storage, während eine Middleware die zugehörigen Referenzen verwaltet.

Vecta bindet bestehende Systeme an TAMS an

Diese Middleware übernimmt bei MoovIT Vecta. Der Name spielt auf die Funktionsweise an: „Es sind im Prinzip Vektoren auf die einzelnen Chunks“, erklärt Lautenschläger. Der Server verwaltet die Chunk-Struktur und stellt Anwendungen die jeweils benötigten Abschnitte eines Mediums bereit. Fordert ein Schnittsystem beispielsweise nur wenige Sekunden aus einem langen Video an, muss nicht das vollständige File geöffnet werden.

Beim Editing kann zudem ein großer Teil der klassischen File-Versionierung entfallen. Schnitte erzeugen zunächst neue Referenzen in der Datenbank, nicht automatisch neue Kopien des Ausgangsmaterials. Neue Mediendaten entstehen erst dort, wo tatsächlich neues Bildmaterial berechnet werden muss, etwa bei einer Blende.

MoovIT auf der IBC 2026
MoovIT zeigt auf der IBC 2026 mit Vecta einen eigenen TAMS-Server für Postproduktions-Workflows.

„Es entstehen keine Duplikate, weil ein Schnitt zunächst nur neue Datenbankeinträge erzeugt, während die physikalischen Medien bestehen bleiben“, erklärt Lautenschläger. Das könne sowohl den Speicherbedarf reduzieren als auch Fast-Turnaround-Workflows beschleunigen.

Die Chunk-Größen sind konfigurierbar. Bei Codecs mit GOP-Struktur berücksichtigt Vecta laut MoovIT die jeweiligen GOP-Grenzen; getestet habe das Unternehmen bislang unter anderem mit Chunks zwischen einer und zwei Sekunden.

Ein zusätzlicher Filesystem-Treiber soll Anwendungen ein klassisches zusammenhängendes File präsentieren, obwohl im Hintergrund bereits mit TAMS-Chunks gearbeitet wird. Dadurch sollen etwa bestehende Schnittsysteme auf Material zugreifen können, ohne selbst die TAMS-Struktur unterstützen zu müssen.

„Wenn Kunden heute auf TAMS umstellen wollen, müssten sie eigentlich große Teile ihrer Umgebung neu bauen“, sagt Lautenschläger. „Wir wollen ihnen die Möglichkeit geben, ihre Bestandssysteme anzubinden.“

S3 on-premises und in der Cloud

Vecta ist laut MoovIT speicheragnostisch ausgelegt und kann unterschiedliche S3-Endpunkte verwalten. Der Server soll sowohl on-premises als auch in der Cloud betrieben werden können; zusätzlich plant MoovIT ein eigenes Service-Angebot.

Damit lassen sich beispielsweise lokale S3-Systeme mit Cloud-Storage kombinieren. Auf der IBC demonstriert MoovIT Vecta unter anderem gemeinsam mit Quantum und TrueNAS.

Vecta befindet sich derzeit nach Angaben von MoovIT in einem „reifen Beta-Status“. Gesucht werden zunächst zwei bis drei Anwender, die die Lösung unter realen Produktionslasten einsetzen und in den Regelbetrieb überführen wollen. Mit ersten Projekten rechnet MoovIT bis spätestens Mitte des ersten Quartals 2027.

Niklas Eckstein

Niklas Eckstein

Fachjournalist in der Medien- und Broadcast-Branche mit den Schwerpunkten Live-Produktion und Medientechnik. Chefredakteur von mebucom.de.

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