Eine Bodycam am Schiedsrichter oder Sportler liefert zwar unmittelbare Bilder, übernimmt aber zwangsläufig auch dessen Bewegungen. PROTON Camera Innovations setzt bei der neuen PROTON IS deshalb auf integrierte Bildstabilisierung und trennt gleichzeitig Kamerakopf und Signalverarbeitung räumlich voneinander.
Der Kamerakopf misst 20 × 20 × 22,5 mm und benötigt 0,5 Watt. Processing und Stromversorgung sitzen in einer separaten, passiv gekühlten Einheit mit Abmessungen von 23 × 23 × 70 mm und einer Leistungsaufnahme von 2,3 Watt. Beide Komponenten lassen sich über ein flexibles Kabel mit bis zu 90 Zentimetern Länge verbinden.
Gerade bei körpernahen Einsätzen hat die Trennung einen praktischen Vorteil: Gewicht und Abwärme der Processing-Einheit müssen nicht direkt am Kamerakopf untergebracht werden. Bei einer Befestigung am Kopf oder Körper kann der größere Teil der Technik an einer weniger störenden Position sitzen.
Stabilisierung für Schiedsrichter- und Spielerkameras
Die Bildstabilisierung soll insbesondere die beim Gehen und Laufen entstehenden Bewegungen ausgleichen. PROTON nennt deshalb Schiedsrichter- und Spielerkameras als Einsatzgebiet. Weitere mögliche Positionen sind Helme, Fahrzeuge und Drohnen.
Die PROTON IS liefert 1080p60 mit 10 Bit und nutzt PROTONs VEGA-Shading. Ein integriertes Stereomikrofon stellt Embedded Audio bereit. Die gesamte Leistungsaufnahme von Kamerakopf und Processing-Einheit beträgt 2,8 Watt; der Betrieb ist mit 4,7 bis 24 Volt möglich.
Für die Einbindung in Broadcast-Produktionen lässt sich die Kamera mit SDI-Transmittern kombinieren. Die Fernsteuerung erfolgt über RS485.
„Mit der PROTON IS erhalten Produktionsteams eine vollständige Bildstabilisierung in einem Formfaktor, den konventionelle Stabilisierungssysteme wie Gimbals, Gyroskope oder mechanische Dämpfer schlicht nicht erreichen können“, sagt Marko Hoepken, CEO und Gründer von PROTON Camera Innovations. „Die einzige Grenze ist ihre Kreativität.“
PROTON plant längere Verbindung zwischen Kamera und Processing
Die PROTON IS ergänzt das inzwischen breit aufgestellte Miniaturkamera-Portfolio des Herstellers. Dazu gehören unter anderem PROTON CAM, PROTON 4K, PROTON Zoom, PROTON Flex, PROTON Rain, PROTON Pro und die ebenfalls neue PROTON LS im zylindrischen Lipstick-Format.
Für die IS-Technik plant PROTON bereits einen weiteren Entwicklungsschritt. Sie soll künftig mit der Technologie der neuen PROTON FLEXY kombiniert werden. Diese nutzt Serialisierung und SMA-Anschlüsse, um wesentlich längere Verbindungen zwischen Kamerakopf und Processing-Einheit zu ermöglichen und den Austausch einzelner Komponenten zu vereinfachen.
„Die IS ist nur ein Teil eines wesentlich größeren Bildes“, sagt Hoepken. „Über unser gesamtes Portfolio hinweg wollen wir Produktionsteams die Möglichkeit geben, die Kamera genau auf den jeweiligen Einsatz abzustimmen – ob extreme Miniaturisierung, Wetterschutz, flexible Montage, professionelle Konnektivität oder Bildstabilisierung gefragt ist.“
PROTON Camera Innovations stellt die PROTON IS auf der IBC 2026 in Amsterdam an Stand 10.F21 vor.