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Qvest bringt elf Hersteller in einer DMF zusammen

Qvest verbindet auf der IBC 2026 elf Technologiepartner in einer gemeinsamen Dynamic Media Facility. Der Showcase soll zeigen, wie weit offene, softwaredefinierte Produktion inzwischen praktisch trägt.

Qvest bringt elf Hersteller in einer DMF zusammen
Daniel Clasen (li.), Practice Lead Custom Software Solutions bei Qvest, und Patrick Steinert, Head of Technology Consulting bei Qvest, treiben den DMF-Showcase und dessen Überführung in produktive Kundenumgebungen voran. ©Qvest

Qvest will auf der IBC 2026 nicht nur einzelne DMF-Funktionen demonstrieren, sondern eine möglichst vollständige softwaredefinierte Produktionsumgebung aufbauen. Elf Technologiepartner sind daran beteiligt. Gemeinsam decken sie Infrastruktur, Medienverarbeitung, Audio, Orchestrierung und Monitoring ab.

Damit zielt der Showcase auf die praktische Reichweite der von der European Broadcasting Union entwickelten Dynamic Media Facility. Die Grundidee: Medienfunktionen sollen nicht mehr fest an bestimmte Hardware oder einzelne Produktionswege gebunden sein, sondern als Software auf gemeinsam genutzten Ressourcen laufen. Qvest setzt diese Architektur nun in einer Multi-Vendor-Umgebung um, die sowohl auf Standardservern als auch in Cloud-Infrastrukturen betrieben werden kann.

Die Qvest-DMF verbindet Infrastruktur, Medienverarbeitung, Audio, Orchestrierung und Monitoring in einer gemeinsamen Umgebung. ©Qvest

Daniel Clasen, Practice Lead Custom Software Solutions bei Qvest, beschreibt den Anspruch entsprechend breit: „Mit dem DMF Showcase demonstrieren wir, wie offene, softwaredefinierte Produktion bereits heute umgesetzt werden kann.“ Gemeinsam mit den beteiligten Herstellern wolle Qvest aus der Referenzarchitektur eine praktisch nutzbare Referenzimplementierung machen.

Eine DMF über mehrere Ebenen der Produktion

Für die Demo setzt Qvest auf eine Serverplattform von Intel, NETGEAR liefert die nötige Netzwerktechnik. Auf dieser Basis laufen die verschiedenen Medienfunktionen als softwaredefinierte Anwendungen in einer gemeinsamen Umgebung.

Matrox Video steuert mit ORIGIN ein Framework für Live-Media-Anwendungen bei. Ross Video bindet SRT-Zuspielungen in die MXL-Umgebung ein, während Riedel die verteilte Medienverarbeitung über mehrere Nodes demonstriert. Techex ergänzt die Plattform um Funktionen für Konvertierung, Switching und Kompression.

Wavelet Beam zeigt im DMF-Showcase sein GPU-beschleunigtes IRIS-VIDEO Denoising, das Sensorrauschen und Kompressionsartefakte vor der Kodierung reduziert. ©Qvest

Darauf aufbauend zeigt Qvest, wie sich die einzelnen Funktionen planen, steuern und überwachen lassen. Skyline Communications übernimmt mit DataMiner xOps die Orchestrierung von Ressourcen und Medienfunktionen. TAG Video Systems und Telestream decken unterschiedliche Monitoring-Aufgaben ab.

Auch Audio- und Bildverarbeitung sind in die Demo eingebunden. Telos Alliance bringt containerisierte Audiobearbeitung ein, Wavelet Beam GPU-basiertes Video-Denoising und weitere MXL-Anwendungen.

So entsteht kein einzelner, festgelegter Produktionsworkflow. Qvest führt vielmehr die Infrastruktur und die darauf laufenden Funktionen mehrerer Hersteller in einer gemeinsamen DMF-Umgebung zusammen und zeigt, wie sich eine softwaredefinierte Produktionsplattform über verschiedene Ebenen hinweg betreiben lässt.

Qvest arbeitet an offenen DMF-Standards

Qvest bringt in den Showcase nicht nur Integrations- und Beratungserfahrung ein. Das Unternehmen beteiligt sich auch an der Weiterentwicklung der technischen Grundlagen, auf denen offene und interoperable Medienarchitekturen aufbauen. Dazu arbeitet Qvest in der AMWA-EBU JT-DMF Task Force mit und leistet Code-Beiträge zum Media eXchange Layer (MXL) der Linux Foundation.

Dabei soll es nicht bei einer Demonstrationsumgebung bleiben. Patrick Steinert, Head of Technology Consulting bei Qvest, spricht von einer „funktionsfähigen DMF-Implementierung“, die „in Kürze auch in Kundenumgebungen eingesetzt wird“.

Der Dynamic Media Facility Showcase ist während der IBC 2026 in Amsterdam am Qvest-Stand 10.C24 zu sehen.

Niklas Eckstein

Niklas Eckstein

Fachjournalist in der Medien- und Broadcast-Branche mit den Schwerpunkten Live-Produktion und Medientechnik. Chefredakteur von mebucom.de.

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