SipRadius treibt die Spezifikation von RIST über WebTransport innerhalb des Video Services Forum (VSF) voran. Ziel ist es, das für Medienübertragung optimierte RIST-Protokoll direkt im Webbrowser nutzbar zu machen – für Empfang und Ausspielung in broadcast-tauglicher Qualität. Die technische Grundlage bildet die libRIST-Bibliothek, die SipRadius-Chief-Scientist Sergio Ammirata entwickelt hat und pflegt.
Warum WebTransport und nicht einfach QUIC
WebTransport ist ein vom W3C entwickelter Standard, der auf HTTP/3 und damit auf dem QUIC-Transportprotokoll aufsetzt. HTTP/3 wird inzwischen von über 95 Prozent der genutzten Browser unterstützt. QUIC selbst ist allerdings ein allgemeines Netzwerkprotokoll, das nicht auf die spezifischen Anforderungen der Medienübertragung zugeschnitten ist. RIST schließt diese Lücke: Das Protokoll wurde gezielt für stabile, qualitativ hochwertige Medienübertragung bei minimaler Netzwerkbelastung durch Retransmissions entwickelt.
Ammirata beschreibt den Vorteil: „Da praktisch alle Browser jetzt HTTP/3 unterstützen, können wir RIST in jeden Webdienst implementieren. RIST unterstützt One-to-Many und vereinfacht damit die Architektur für Live-Streaming. Dank libRIST lässt es sich sehr einfach in jede Website integrieren – für den Zuschauer ist es vollkommen transparent."
RIST als Weiterentwicklung von SRT
RIST (Reliable Internet Stream Transport) wird vom VSF gepflegt und von einer breiten Entwicklergemeinschaft weiterentwickelt. Ammirata positioniert RIST als Weiterentwicklung früherer Ansätze: „Die zugrundeliegende Technologie baut auf der Arbeit früherer Bemühungen wie SRT auf, verbessert und ergänzt kritische Funktionalität."
Die libRIST-Bibliothek, die Ammirata als Toolkit für die schnelle Implementierung von RIST-Anwendungen entwickelt hat, bildet die technische Basis für die WebTransport-Integration.