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TAG Video Systems erweitert Monitoring-Plattform um MXL und Docker-Support

TAG Video Systems zeigt auf der IBC 2026, wie MXL-Unterstützung, Containerisierung und niedrigere ST-2110-Latenzen Cloud-Produktion praxistauglich machen.

TAG Video Systems zur IBC 2026
TAG Video Systems bringt zur IBC 2026 MXL-Support und Containerisierung für Cloud-Produktion. ©TAG Video Systems
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TAG Video Systems bringt zur IBC vom 11. bis 14. September in Amsterdam, an Stand 1.D33 im RAI, mehrere Plattform-Updates. Im Zentrum stehen Unterstützung für den entstehenden Media-eXchange-Layer-Standard (MXL), containerisiertes Deployment sowie vertiefte automatisierte Qualitätskontrolle für Audio, Untertitel und Lippensynchronität.

Cloud-Produktion ohne dedizierte Hardware

Die beiden Plattform-Komponenten – das Multichannel-Monitoring-Modul MCM und das Media Control System MCS – stehen jetzt als Docker-Container zur Verfügung. Damit lässt sich Monitoring bei Bedarf automatisiert in Cloud- und virtualisierter Infrastruktur bereitstellen, ohne dedizierte Appliances. Nach eigenen Angaben gehörte TAG zu den ersten Anbietern mit einer vollständigen MXL-Implementierung. Auf der IBC zeigt das Unternehmen fortgeschrittene MXL-Interoperabilität mit AWS – eine erste Version hatte TAG bereits auf der NAB 2026 vorgestellt – sowie eine neue gemeinsame MXL-Demo mit Sony.

Bei ST-2110-Streams sinkt die Latenz laut Unternehmen auf bis zu 1,5 Frames bei 50 fps beziehungsweise 2 Frames bei 59,94 fps, gemessen von MCM-Eingang zu MCM-Ausgang. Dazu kommt CIR-Encoding (Cyclic Intra Refresh) am MCM-Ausgang, das Bildfehler bei Übertragungsproblemen gleichmäßiger über die Zeit verteilt statt sie in periodischen Vollbildern zu konzentrieren. Die neue Unterstützung der Netzwerkkarte Mellanox ConnectX-7 erlaubt zudem Monitoring über 200- und 400-Gbps-Links und skaliert damit auf deutlich mehr unkomprimierte ST-2110-Videostreams.

„Unsere Kunden bauen um, wie sie Inhalte produzieren – weg von dedizierter Hardware, hinein in Container, hinein in die Cloud, mit offenen Ansätzen wie MXL als Wegbereiter", sagte Michael Demb, VP of Product Strategy bei TAG Video Systems. „Das bedeutet für den Betrieb: Monitoring, das überall hochfährt und auf Formate und Volumina skaliert, für die es früher einen Lastwagen voller Appliances gebraucht hätte. Das reduziert auch den Hardware-Footprint spürbar, der bisher die Kosten bestimmt hat."

QC über Video hinaus

Neue audiovisuelle Werkzeuge prüfen künftig auch Audioinhalte automatisiert. Bildbasierte DVB-Untertitel werden per OCR in Text umgewandelt und durchlaufen damit denselben QC- und Anzeigepfad wie Closed Captions – relevant für Barrierefreiheit und regulatorisches Compliance-Monitoring. Über eine Integration mit Hitomi Matchbox lässt sich die Audio-Video-Synchronität (Lip-Sync) über die gesamte Anlage hinweg präzise messen. Ergänzend unterstützt die Plattform jetzt den Alpha-Kanal (Transparenz) in NDI-Streams sowie automatisierte Erkennung und Vergleich von Testbild-Loopbacks.

Fortsetzung einer MXL-Strategie

MXL überträgt Video-, Audio- und Metadaten per direktem Speicherzugriff statt über paketbasiertes Streaming und soll so die Latenz softwarebasierter Produktionsketten senken; die Technologie wurde Anfang 2026 erstmals als stabile Spezifikation veröffentlicht und befindet sich nach Angaben der Beteiligten noch in einem frühen Stadium. TAG war im April 2026 der MXL-Interoperabilitäts-Initiative beigetreten und hatte erste Ergebnisse auf der NAB gezeigt; die jetzt angekündigte AWS- und Sony-Demo ist der nächste Schritt dieser Entwicklung.

Niklas Eckstein

Niklas Eckstein

Fachjournalist in der Medien- und Broadcast-Branche mit den Schwerpunkten Live-Produktion und Medientechnik. Chefredakteur von mebucom.de.

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