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Studio Babelsberg steigert Umsatz auf 68 Millionen

Studio Babelsberg verbessert sein operatives Ergebnis 2025 deutlich. Der Umsatz steigt auf 68,1 Millionen Euro, das EBITDA dreht ins Plus. CEO Bachmaier fordert verlässliche Filmförderung.

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Studio Babelsberg AG – Umsatz 2025 steigt auf 68,1 Millionen Euro, EBITDA wieder positiv ©Studio Babelsberg AG
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Die Studio Babelsberg AG hat ihre Geschäftszahlen für 2025 vorgelegt. Der Konzernumsatz stieg um 11,6 Millionen Euro auf 68,1 Millionen Euro, das EBITDA drehte von minus 1,2 Millionen in 2024 auf plus 33.000 Euro. Beide Werte zogen vor allem in der zweiten Jahreshälfte an, nach einem verhaltenen Start.

Operatives Ergebnis verbessert sich deutlich

Die veröffentlichten Ergebniszahlen bedürfen einer Einordnung. Das Konzernergebnis nach Steuern weist minus 321.000 Euro aus, nach minus 87.000 Euro im Vorjahr. Die beiden Zahlen nebeneinander zu stellen und daraus eine Verschlechterung abzuleiten, wäre jedoch falsch. Studio Babelsberg hat seit 2023 einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit dem Hauptaktionär Kino BidCo, einer Gesellschaft der US-Investmentfirma TPG. Kino BidCo gleicht Verluste aus – jedes Jahr in anderer Höhe. 2024 betrug der tatsächliche Verlust rund 3,2 Millionen Euro, Kino BidCo übernahm den Großteil, unterm Strich blieben minus 87.000 Euro. 2025 sank der tatsächliche Verlust auf 661.000 Euro, es wurde aber weniger ausgeglichen. Das operative Geschäft hat sich also deutlich verbessert – von minus 3,2 Millionen auf minus 661.000 Euro. Die ausgewiesene Bottomline bildet diese Entwicklung nicht ab.

Produktionsdienstleistungen treiben das Wachstum

Der Geschäftsbericht zeigt auch, woher das Umsatzwachstum kommt – und woher nicht. Die Erlöse aus Produktionsdienstleistungen einschließlich Gagen stiegen von 40,0 auf 51,2 Millionen Euro, ein Plus von 28 Prozent. Der Dekorationsbau legte leicht auf 8,4 Millionen zu. Die Studio- und Ateliervermietung dagegen blieb mit 4,2 Millionen Euro nahezu unverändert. Das Wachstum kam also fast ausschließlich aus der Dienstleistung, nicht aus der Studiomiete. Der Personalaufbau spiegelt das: Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl wuchs von 293 auf 404, wobei sich die Zahl der projektbezogenen befristeten Mitarbeiter von 165 auf 274 nahezu verdoppelte.

Hunger Games als Treiber, Babylon Berlin zum Abschluss

Einen wesentlichen Beitrag zur Auslastung leistete die Produktion „Die Tribute von Panem: Sunrise on the Reaping". Es ist bereits der vierte Film der Reihe, den Studio Babelsberg als Koproduktionspartner und Produktionsdienstleister in Potsdam und an weiteren deutschen Drehorten umsetzt. Daneben liefen unter anderem David Wnendts „Athos 2643", Volker Schlöndorffs „Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte" und die fünfte und letzte Staffel von „Babylon Berlin" über den Standort. Der Geschäftsbericht nennt zudem „Berlin Noir" für Apple TV+ sowie zwei weitere Produktionen von Apple TV und Netflix als Umsatztreiber.

Förderkürzung als Risiko für Standortvertrauen

CEO Jörg Bachmaier nutzt die Zahlenpräsentation für eine klare Positionierung in der Förderdebatte. Die 2025 angekündigte Verdopplung der Bundesfilmförderung auf 250 Millionen Euro habe international sofort Vertrauen in den Standort Deutschland geschaffen. Die zuletzt bekannt gewordenen Kürzungen auf rund 200 Millionen Euro im Haushaltsentwurf 2027, den auch der VTFF kritisierte, sieht Bachmaier kritisch.

„Filmförderung ist kein Zuschuss – sie ist ein Standortinvestment", so Bachmaier. „Kürzungen zum jetzigen Zeitpunkt wären ein fatales Zeichen. Vertrauen lässt sich nicht jedes Jahr neu aufbauen." Gleichzeitig fordert er eine flexibel gestaltete Investitionsverpflichtung, damit internationale Streamer vermehrt in Deutschland investieren.

Ausblick 2026 optimistisch

Im ersten Halbjahr 2026 war der Standort laut Vorstand durch mehrere internationale High-End-Serien hoch ausgelastet. Die Auftragslage stimme optimistisch für den weiteren Jahresverlauf.


Anmerkung: Dieser Artikel wurde am 05.08.2026 um eine differenzierte Darstellung der Ergebniszahlen ergänzt. Eine frühere Fassung verglich die Konzernergebnisse nach Verlustausgleich und leitete daraus fälschlicherweise eine Verschlechterung ab.

Niklas Eckstein

Niklas Eckstein

Fachjournalist in der Medien- und Broadcast-Branche mit den Schwerpunkten Live-Produktion und Medientechnik. Chefredakteur von mebucom.de.

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