Der Verband Technischer Betriebe Film & Fernsehen (VTFF) hat die Kürzung der Filmförderung im Kabinettsentwurf für den Bundeshaushalt 2027 scharf kritisiert. Die für 2026 auf 250 Millionen Euro aufgestockte Förderung für den Deutschen Filmförderfonds (DFFF) und den German Motion Picture Fund (GMPF) wird demnach um 36 Millionen Euro gekürzt. Durch zusätzliche Sparauflagen über alle Bundesministerien hinweg sinke die Gesamtsumme laut VTFF auf rund 200 Millionen Euro.
„Der Schlingerkurs der Bundesregierung ist rational kaum noch nachvollziehbar."
Achim Rohnke
Erst Verdopplung, jetzt Kürzung
Mitte 2025 hatten sich der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien Wolfram Weimer und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil darauf geeinigt, ab 2026 rund 250 Millionen Euro jährlich für den Filmstandort Deutschland bereitzustellen – nahezu eine Verdopplung der wirtschaftlichen Filmförderung. Die Aufstockung war Teil eines Gesamtpakets: Im Gegenzug sollte ein Investitionsverpflichtungsgesetz Streamer und Sender ab bestimmten Umsatzschwellen zur Investition in deutsche Produktionen verpflichten. Dass dieses Junktim fragil ist, zeigte sich bereits Anfang Juli auf der Creators Conference München, wo Branchenvertreter vor genau diesem Szenario gewarnt hatten. Jetzt setzt die Bundesregierung den Rotstift an.
VTFF-Geschäftsführer Achim Rohnke reagiert deutlich: „Der Schlingerkurs der Bundesregierung ist rational kaum noch nachvollziehbar. Nach dem Aufbruchsignal kommt jetzt der Sparhammer." Diese Politik sei das Gegenteil einer zukunftsfesten Rahmensetzung und erzeuge Frust und Verunsicherung in der Film- und Fernsehindustrie – vor allem bei den technisch-kreativen Dienstleistern. „Viele der zumeist kleinen und mittleren Dienstleister stecken in der Krise. Wir erleben seit Jahren eine Insolvenzwelle."
Internationale Wettbewerbsfähigkeit gefährdet
Rohnke sieht auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit betroffen: „Die komplizierte deutsche Förderpolitik ist ausländischen Partnern ohnehin schwer vermittelbar. Jetzt müssen Investoren aus dem Ausland erleben, dass zugesagte Fördergelder einmal mehr nicht zur Verfügung stehen. Das kostet Investitionen und schädigt die Reputation der heimischen Film- und Fernsehindustrie."
Der VTFF fordert die Politik auf, die Kürzungen im parlamentarischen Verfahren zu korrigieren. Rohnke: „Der Haushaltsentwurf kann in dieser Form nicht im Deutschen Bundestag beschlossen werden."