Das Video Services Forum (VSF) hat eine neue Spezifikation für das RIST-Protokoll veröffentlicht. Die als TR-06-4 Part 8 dokumentierte Erweiterung „RIST Satellite-Hybrid: Out-of-Band Method" nutzt das Internet als Wiederherstellungsmechanismus für Daten, die bei der Satellitenübertragung beschädigt werden oder verloren gehen.
Satellit als Hauptweg, Internet als Rückfallebene
Das Grundprinzip: Der Satellit – oder ein vergleichbarer unidirektionaler Übertragungsweg wie DVB-T – bleibt der primäre Distributionskanal. RIST springt ein, wenn Daten zwischen Satellit und Empfänger verloren gehen oder korrumpiert werden. Die Wiederherstellung erfolgt gezielt über das Internet und nur an den Standorten, die betroffen sind. Bei einem vollständigen Signalausfall kann auch der komplette Stream über Internet wiederhergestellt werden.
Der entscheidende Unterschied zur bereits bestehenden In-Band-Methode (TR-06-04 Part 7): Die Out-of-Band-Methode erfordert keinerlei Eingriff in den Transportstrom vor dem Uplink. Zusätzliche Daten müssen nicht in die Übertragung eingefügt werden. Die Methode ist zudem abwärtskompatibel mit bestehenden Legacy-Empfängern.
Rain Fade als konkretes Problem
Ciro Noronha, President des RIST Forum und CTO von Cobalt Digital, erläutert den Hintergrund: „Typische GEO-Satellitenverbreitungsmethoden sind unidirektional, und höhere Frequenzen wie Ku- und Ka-Band sind stark anfällig für Rain Fade. Die RIST Satellite-Hybrid Out-of-Band-Methode bietet Broadcastern eine Möglichkeit, verlorene Daten über das Internet per RIST wiederherzustellen, ohne den Transportstrom zu verändern."
Die vollständige technische Empfehlung steht auf der VSF-Website zum Download bereit.