Der Trinity 2 gilt seit seiner Einführung als Referenz unter den hybriden Kamerastabilisatoren – ein System, das mechanische und elektronische Stabilisierung so verbindet, dass Kamerabewegungen möglich werden, die mit klassischen Body-Rigs kaum zu realisieren wären. 2025 würdigte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences diese Leistung mit einem Scientific and Engineering Award. Jetzt legt FoMaSystems mit dem Software Update 4.0 nach und adressiert Wünsche, die Operatoren aus der Praxis herangetragen haben.
Fünf Modi für den schnellen Wechsel
Die auffälligste Neuerung sind fünf vorkonfigurierte Betriebsmodi, zwischen denen Operatoren während des Drehs wechseln können – per Mastergrip oder direkt am RCP-Interface. Jeder Modus ist auf ein spezifisches Einsatzszenario zugeschnitten:
- Trinity Mode: Optimiert für enge Räume mit nahezu 0 Grad Look-Around
- Artemis Mode: Sperrt die Tilt-Motoren bei aktiver Roll-Stabilisierung – ideal für Überschulter-Aufnahmen und steile Winkel
- Top Down Mode: Hält die Kameraposition mit Roll-Stabilisierung für Aufnahmen von oben
- Side 1 Mode: Einachsige Stabilisierung mit abschaltbarem Tilt-Motor für schnelle seitliche Fahrten
- Side 2 Mode: Alternative Variante mit geringerer Reaktivität für spezielle seitliche Operationen
Die Idee dahinter: Statt während des Drehs manuell Parameter anzupassen, wählt der Operator einen Modus und das System konfiguriert sich entsprechend. Das soll Zeit sparen und Fehlerquellen in hektischen Drehsituationen reduzieren.
Zoom-Sync für Live-Broadcasts
Für Live-Übertragungen und den Einsatz langer Brennweiten bringt SUP 4.0 eine Funktion mit, auf die viele Operatoren gewartet haben dürften: Zoom Sync. Das Trinity 2 kommuniziert dabei über LBUS direkt mit dem Objektiv und passt die Pan- und Tilt-Geschwindigkeit automatisch an den aktuellen Zoomfaktor an.
Das Prinzip ist einfach, aber wirkungsvoll: Beim Einzoomen wird die Bewegungsgeschwindigkeit reduziert, beim Auszoomen wieder erhöht. Der Operator behält so ein konsistentes Gefühl für den Bildausschnitt – unabhängig davon, ob er gerade auf einer Totalen oder einer engen Einstellung arbeitet. Gerade bei Live-Produktionen, wo keine zweite Chance existiert, kann das den entscheidenden Unterschied machen.
Präzisere Kalibrierung, mehr Sicherheit
Mit der neuen Roll Scale Calibration lässt sich die Roll-Achse in wenigen Sekunden feinjustieren – eine Funktion, die für weichere automatisierte Roll-Bewegungen sorgt und bei komplexen Kamerafahrten spürbar wird.
Auf der Sicherheitsseite hat FoMaSystems eine automatische Abschaltung implementiert: Wird eine Roll-Bewegung blockiert, stoppt das System sofort, um Schäden am Equipment zu verhindern. Das klingt nach einem Detail, kann aber im Ernstfall teures Material retten.
Praktisch für das tägliche Handling ist die neue Motor-Off-Funktion. Mit abgeschalteten Motoren lassen sich Akkus wechseln oder Zubehör anbringen, während der Operator parallel Einstellungen im Menü vornimmt. Anschließend sind die Motoren sofort wieder einsatzbereit. Auch das Batterie-Management wurde überarbeitet und soll längere unterbrechungsfreie Drehsessions ermöglichen.
Verbesserungen für das Pan Axis Module
Das Pan Axis Module, das den Trinity 2 in einen dreiachsig stabilisierten Remote Head mit 25 Kilogramm Nutzlast verwandelt, profitiert ebenfalls vom Update. Ein neuer Off Center Indicator visualisiert Balanceprobleme über Strom- und Positionsanzeigen im PID-Menü. Die Manual Drift Correction ermöglicht Korrekturen in Echtzeit – wichtig für lange Takes, bei denen sich minimale Abweichungen sonst aufsummieren würden.
Verfügbarkeit
Das Trinity 2 Software Update 4.0 steht ab heute über ARRI zum Download bereit. Gemeinsam mit ARRI hat FoMaSystems einen Tech Talk produziert, der die neuen Funktionen im praktischen Einsatz demonstriert.