Avid erweitert Content Core um native Asset-Management-Funktionen und bindet damit Medien über unterschiedliche Speicherumgebungen hinweg ein. Auf der IBC2026 zeigt das Unternehmen, wie Inhalte auf Avid NEXIS, AWS, Google Cloud, Microsoft Azure und weiteren Speichersystemen über Content Core indexiert, gesucht und verwaltet werden können.
Dabei müssen die Medien nicht zunächst in ein gemeinsames Repository verschoben werden. Content Core soll stattdessen Informationen zu Identität, Speicherort, Metadaten und Produktionskontext der Assets zusammenführen. Diese Informationen bilden zugleich die Grundlage für die agentischen Funktionen, die Avid derzeit für News- und Postproduktionsworkflows entwickelt.
Avid Content Core ist eine cloudbasierte Content Data Platform, die seit der NAB 2026 kommerziell verfügbar ist. Sie ermöglicht bereits die Suche und den Zugriff auf Assets aus verbundenen Systemen sowie Proxy-basierte Workflows für entfernt gespeicherte Medien. Die zur IBC angekündigten Asset-Management-Funktionen erweitern diesen Ansatz auf unterschiedliche Speicherumgebungen.
„Avid Content Core schlägt eine Brücke zwischen der kreativen und der operativen Seite der Medienproduktion und schafft ein klareres Bild davon, wie einzelne Inhalte produziert werden und welchen Wert sie erzeugen“, sagt Avid-CEO Wellford Dillard. „Unternehmen erhalten damit Informationen darüber, wie Content entsteht und welche Ressourcen dafür eingesetzt werden.“
KI-Agenten für Media Composer und News
Auf der IBC will Avid außerdem zeigen, wie Agenten diese Medieninformationen innerhalb bestehender Produktionsworkflows nutzen können. Für die Postproduktion sind Technology Previews mit Media Composer und Content Core angekündigt. Die Agenten sollen dabei auf Informationen über Medien, Metadaten, Speicherorte und Produktionszusammenhänge zugreifen können.
Die technische Grundlage dafür hat Avid bereits zur NAB 2026 konkretisiert. Im April kündigte das Unternehmen eine mehrjährige Zusammenarbeit mit Google Cloud an. Gemini-Modelle und Vertex AI sollen in Media Composer und Content Core integriert werden. Zu den vorgesehenen Anwendungen gehören unter anderem automatisiertes Logging, die Erweiterung von Metadaten sowie die Erzeugung von B-Roll.
Auch im News-Bereich verbindet Avid Content Core mit MediaCentral und Wolftech News. Auf der IBC zeigt das Unternehmen Workflows von der Themen- und Story-Planung über Rundowns und Produktion bis zur Veröffentlichung auf unterschiedlichen Plattformen.
Mit Content Core Insights sollen Redaktionen zusätzlich Produktionskosten und Ressourceneinsatz von der Planung bis zur Auswertung erfassen können. Avid verbindet damit redaktionelle Produktionsdaten stärker mit Informationen über den wirtschaftlichen Aufwand der Content-Produktion.
Pro Tools unterstützt MPEG-H
Im Audio-Bereich zeigt Avid die aktuellen Pro-Tools-Funktionen für die Postproduktion. Dazu gehört die Unterstützung von MPEG-H, die bereits mit Pro Tools 2026.4 eingeführt wurde. Pro Tools Studio und Ultimate können den Fraunhofer MPEG-H Renderer einbinden und unterstützen unter anderem MPEG-H Master File Import sowie Bounce Mix Export.
Damit ist MPEG-H keine eigentliche IBC-Neuvorstellung. Avid kündigt für die Messe vielmehr weitere Integrationen für Audio-Postproduktionsworkflows von Editing und ADR bis zum finalen Mix als Vorschau an, nennt dazu bislang aber keine konkreten Produkte oder Funktionen.
Avid zeigt Content Core sowie die neuen und geplanten Workflows für News, Editing und Audio-Postproduktion auf der IBC2026 vom 11. bis 14. September in Amsterdam an Stand 7.B59.