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Gut bewährt

Im Studio 1 des ZDF-Hauptstadtstudios in Berlin wurde Anfang des Jahres eine neue Rückprojektionswand von eyevis installiert. Die Videowand hat sich bei Sendungen wie „Maybrit Illner“, „LogIn“, „Berlin direkt“, „Frontal21“ und „Morgenmagazin“ bewährt.

Gut bewährt
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Die Full-HD-Monitorwand im ZDF-Hauptstadtstudio besteht aus 18 eyevis 60"-DLP-Rückprojektions-Cubes mit LED-Projektionstechnologie und jeweils voller HD-Auflösung, montiert auf zwei eigens entwickelten, verfahrbar konstruierten Stahl-Untergestellen. Die Wand ist entweder als Einheit mit 6×3 Cubes im Format 32:9 zu betreiben oder als zwei getrennte Wände mit jeweils 3×3 Cubes im Format 16:9. Dank der minimalen Stegbreite von weniger als einem Millimeter zwischen den einzelnen eyevis Cubes ergibt sich ein nahezu stegfreier und dadurch homogener Gesamteindruck der dargestellten Bildinhalte. Dazu trägt darüber hinaus der in die eyevis Cubes integrierte Matrix- und Shading-Prozessor bei, der eine vollsynchrone Verteilung des Bildsignals auf die einzelnen Bildschirmmodule gewährleistet.

Die Shading-Korrektur führt zu einer gleichmäßigen Helligkeitsverteilung auf den einzelnen Cubes, wodurch auch auf der gesamten Fläche der Videowand ein hervorragender Bildeindruck erreicht wird. „Die von eyevis verwendeten Antireflex-Frontscheiben vermindern Lichtreflektionen, wie sie durch die Studiobeleuchtung hervorgerufen werden können“, berichtet eyevis-Broadcast-Vertriebsleiter Dieter Steffen. Um die Geräuschentwicklung der Großbildwand niedrig zu halten, wie es in Studioumgebungen gefordert ist, kam die geräuschgedämmte Version der eyevis Cubes zum Einsatz. Die eyevis-Monitorwand hat sich mittlerweile im ZDF-Hauptstadtstudio bewährt und kann die Vorteile der Rückprojektionstechnik gut ausspielen. Dabei werden laut Steffen an Technik und Steuerung von mehrkanaligen Rückprojektions-Systemen bei der Einbindung in Fernsehstudios teils hohe Anforderungen gestellt. „Der wichtigste Punkt hierbei ist die Erreichung einer gleichmäßigen Helligkeitsverteilung über die gesamte Videowand aus jedem Einblickwinkel. Nur so können Blendingübergänge aus verschiedenen Blickwinkeln gleichmäßig gehalten werden“, betont Steffen. Man könne dies durch den Einsatz von Projektionsscheiben erreichen, die einen Gain-Faktor von eins oder kleiner haben. Steffen: „Solche Scheiben sind meistens schneeweiß oder leichtgrau, was zur Folge hat, dass der Kontrast bei Raumlicht schnell verloren geht, da die Scheibe auch das Raumlicht streut. Kontrastverstärkende Projektionsscheiben hingegen, welche weniger empfindlich gegen Raumlicht sind, weisen zumeist einen hohen Gain-Faktor auf und haben dadurch bei der Verwendung von Weitwinkelprojektoren einen sichtbaren Hotspot.“ Außerdem würden sich in den Blendingbereichen starke Blickwinkel-Abhängigkeiten ergeben.

Der Übergang bei direkter Betrachtung (90° vor der Leinwand) würde so zwar sehr gut aussehen, aber mit zunehmendem Winkel auch sehr stark hervortreten. Aus diesen Gründen sind beide Varianten (weiße Scheibe oder Blickwinkelabhängigkeit) laut eyevis-Broadcast-Vertriebsleiter Steffen für den Einsatz im TV-Studio nicht geeignet. „Die Wahl des Materials für die Projektionsscheibe eines solchen Projekts ist die wichtigste, aber auch sensibelste Aufgabe“, meint er.


Steffen erklärt weiter: „Die Verwendung von Projektionsobjektiven mit langer Brennweite kann zwar den Bildeindruck deutlich verbessern; allerdings wird damit der Projektionsabstand höher, was auch eine größere Bautiefe des gesamten Systems zur Folge hat. Es gibt zahlreiche Materialien am Markt, mit denen eine solche Rückprojektion prinzipiell aufgebaut werden kann, aber für den Einsatz weitwinkliger LED-Projektoren muss der Gain-Faktor nahe des Wertes oder unter dem Wert Eins liegen. Um eine ausreichende Helligkeit zu gewährleisten, muss ein kleiner Projektionsbereich gewählt werden. Dadurch sind mehrere Projektoren nötig, was wiederum die Anzahl der Blendbereiche ansteigen lässt. Es gilt also, jede Menge maßgeblicher Faktoren zu beachten.“ Unabhängig von der Frage der Kosten, die hochwertige Scheiben mit sich brächten, hätten einige Scheiben Eigenschaften, die ihren Einsatz im TV-Studio unmöglich machten: Helle Farbe bedeute Raumlichtabhängigkeit und geringen Kontrast. Schlecht seien auch spiegelnde Oberflächen oder dunkle Färbung, die eine geringere Helligkeit bewirke. Die besonderen Herausforderungen an Rückprojektionssysteme habe eyevis nicht nur beim ZDF gut im Griff.
Eckhard Eckstein
(MB 09/12)

Eckhard Eckstein

Eckhard Eckstein

Erfahrener Fachjournalist und langjähriger Chefredakteur der Zeitschrift MEDIEN BULLETIN. Themenschwerpunkte sind Medienpolitik und Rundfunktechnologie.

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