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PROTON stellt FLEXY-Kamera mit 10-Meter-Koax-Verbindung vor

PROTON Camera Innovations zeigt auf der IBC 2026 die Micro-POV-Kamera FLEXY. Kamerakopf und Verarbeitungseinheit lassen sich über bis zu zehn Meter Standard-Koaxialkabel trennen. Das ermöglicht neue Perspektiven bei Motorsport- und risikoreichen Produktionen.

PROTON FLEXY von PROTON Camera Innovations
Krake nicht inklusive: Die PROTON FLEXY trennt den kompakten Kamerakopf von der Verarbeitungseinheit. Beide lassen sich über bis zu zehn Meter 50-Ohm-Koaxialkabel verbinden. ©PROTON Camera Innovations

Die PROTON FLEXY baut auf der bisherigen PROTON Flex auf, verändert jedoch die Verbindung zwischen Kamerakopf und ECU (Electronic Control Unit). Statt einer kurzen direkten Verbindung nutzt das neue Modell ein serielles Signal über ein einzelnes 50-Ohm-Koaxialkabel mit standardisierten SMA-Anschlüssen. Damit kann der Kamerakopf bis zu zehn Meter von der Verarbeitungseinheit entfernt platziert werden.

Für Produktionen bedeutet das, dass nur der kleine Kamerakopf an schwer zugänglichen oder besonders gefährdeten Positionen montiert werden muss. ECU, Stromversorgung und weitere Anschlüsse können dagegen an einer geschützten Stelle verbleiben. Als mögliche Einsatzorte nennt PROTON unter anderem Fahrzeugstoßfänger, Helme, Skitore und Torpfosten.

Austauschbarer Kamerakopf für Crash-Cam-Einsätze

Interessant ist die Architektur vor allem für Motorsport und Extremsport. Nach Angaben von PROTON entfällt lediglich rund ein Drittel der Kosten des Gesamtsystems auf den Kamerakopf. Wird dieser bei einem Einsatz beschädigt, bleibt die teurere Verarbeitungseinheit geschützt.

Gleichzeitig soll die Verwendung standardisierter Komponenten Reparaturen im Produktionsalltag vereinfachen. Die Verbindung erfolgt über SMA, als Leitung dient handelsübliches 50-Ohm-Koaxialkabel. Produktionsingenieure können Kabel damit bei Bedarf mit üblicher Ausrüstung reparieren oder ersetzen.

„Viele unserer Kunden haben uns gesagt: Wir schätzen die Möglichkeiten einer PROTON CAM, aber die Kameras sind uns zu wertvoll, um sie gerade dort zu riskieren, wo sie die besten Bilder liefern könnten“, sagt PROTON-Gründer und CEO Marko Hoepken. Mit der FLEXY habe sich das Unternehmen deshalb die Frage gestellt, wie sich der Kamerakopf nahezu beliebig platzieren lasse, ohne dass ein möglicher Schaden am Einsatzort wirtschaftlich zu stark ins Gewicht falle.

Zwei Varianten des Kamerakopfs

PROTON bietet den FLEXY-Kamerakopf in zwei Bauformen an. Die nach IP67 geschützte Lipstick-Version hat einen Durchmesser von 19 Millimetern und ist einschließlich SMA-Anschluss 34 Millimeter lang. Daneben gibt es eine quadratische Variante mit Abmessungen von 19 × 19 × 24 Millimetern und integriertem Micro-Coax-Kabel.

Beide Varianten arbeiten mit einem 1/3-Zoll-Global-Shutter-Sensor mit 12 Bit Dynamikumfang. Die Verarbeitung übernimmt PROTONs VEGA-Bildprozessor, ausgegeben wird ein 1080p-Signal.

Die ECU misst 34 × 34 × 19 Millimeter. Zur Ausstattung gehören ein HD-BNC-Anschluss für SDI, ein Hirose-HR10-Anschluss für Stromversorgung und Steuerung, SMA für den FLEXY-Kamerakopf sowie eine 3,5-Millimeter-Stereobuchse für externes Audio. Die Leistungsaufnahme gibt PROTON mit 3 Watt bei einer Versorgungsspannung zwischen 6,5 und 25 Volt an.

PROTON erweitert Micro-Kamera-Portfolio

Die FLEXY ergänzt das bestehende Portfolio an Miniaturkameras von PROTON. Die Modelle unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich Zoom, 4K-Aufzeichnung, Wetterschutz, Sensorgröße und Bauform.

Bei der FLEXY steht dagegen die räumliche Trennung von Kamerakopf und Verarbeitung im Mittelpunkt. „Die teure Elektronik bleibt geschützt, der Kamerakopf ist erschwinglich und austauschbar und das Kabel kann bis zu zehn Meter lang sein“, sagt Hoepken. Gerade bei Motorsport, Extremsport und anderen Umgebungen mit hohem Beschädigungsrisiko verändere dies die wirtschaftlichen Voraussetzungen für ungewöhnliche Kamerapositionen.

PROTON zeigt die FLEXY auf der IBC 2026 am Stand 10.F21.

Niklas Eckstein

Niklas Eckstein

Fachjournalist in der Medien- und Broadcast-Branche mit den Schwerpunkten Live-Produktion und Medientechnik. Chefredakteur von mebucom.de.

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