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TVU erweitert MediaMesh um drei Workflow-Tools

TVU Networks erweitert MediaMesh zur IBC2026 um drei Plattformwerkzeuge. Build, Operate und Observe sollen dezentrale Live-Workflows konfigurieren, Bedienoberflächen bereitstellen sowie Monitoring und Fehlersuche zusammenführen.

TVU MediaMesh
TVU erweitert MediaMesh mit Build, Operate und Observe um Werkzeuge für Konfiguration, Betrieb und Monitoring ©TVU

TVU Networks erweitert seine MediaMesh-Plattform um drei Werkzeuge für die Einrichtung und den Betrieb softwaredefinierter Live-Produktionsumgebungen. MediaMesh Build, Operate und Observe adressieren dabei unterschiedliche Ebenen – vom Aufbau eines Workflows über dessen Bedienung bis zur technischen Überwachung.

MediaMesh selbst hatte TVU auf der IBC2025 vorgestellt. Die Plattform soll Live-Signale und Media-Applikationen über Cloud-, On-Premises- und hybride Infrastrukturen hinweg miteinander verbinden. TVU abstrahiert dafür die darunterliegenden Transport- und Verbindungswege und stellt Medien für angebundene Anwendungen über eine Global-Shared-Memory-Architektur bereit.

Mit den neuen Platform Tools rückt TVU nun stärker die Konfiguration und den operativen Umgang mit solchen verteilten Umgebungen in den Mittelpunkt.

Build erstellt Workflows per No-Code-Oberfläche

MediaMesh Build ist eine grafische No-Code-Umgebung, in der Anwender und Systemintegratoren Produktionsworkflows zusammenstellen und ausrollen können. Als Bausteine dienen Softwarekomponenten von TVU und Drittanbietern sowie Komponenten auf Basis von Branchenstandards.

Damit setzt Build eine Ebene oberhalb der eigentlichen MediaMesh-Infrastruktur an: Anwender sollen nicht mehr jede Verbindung und Applikation eines verteilten Workflows einzeln konfigurieren müssen, sondern die benötigten Komponenten innerhalb der Oberfläche miteinander verschalten können.

TVU hat MediaMesh bereits für die Integration von Produkten anderer Hersteller geöffnet. Zu den bestehenden Kooperationen gehört beispielsweise Grass Valley: MediaMesh und AMPP lassen sich miteinander verbinden, um Anwendungen und Signale zwischen den beiden Plattformen auszutauschen.

Operate trennt Bedienung von Systemkomplexität

MediaMesh Operate richtet sich dagegen an die eigentliche Produktion. Administratoren können aus wiederverwendbaren Anwendungen und Widgets Bedienoberflächen für unterschiedliche Aufgaben zusammenstellen.

Ein Operator muss damit nicht zwangsläufig Zugriff auf die komplette technische Konfiguration eines Workflows erhalten. Stattdessen lässt sich eine Oberfläche auf die Funktionen und Informationen reduzieren, die für die jeweilige Rolle benötigt werden.

Build und Operate trennen damit zwei Aufgaben voneinander: Engineers und Integratoren erstellen und konfigurieren mit Build die technische Umgebung, während Operate daraus aufgabenbezogene Arbeitsplätze für den laufenden Betrieb bereitstellt.

Observe bündelt Monitoring und Fehlersuche

Der dritte Baustein, MediaMesh Observe, überwacht Signalwege und verteilte Softwareprozesse. Das Werkzeug soll technische Informationen aus den verschiedenen Teilen eines MediaMesh-Workflows in einer gemeinsamen Ansicht zusammenführen.

Gerade diese Observability-Funktionen baut TVU derzeit auch über Partnerintegrationen aus. Im April hatte das Unternehmen beispielsweise MediaMesh mit VelaVision verbunden. Die Integration kann unter anderem Transport-, Videoqualitäts- und Metadateninformationen verteilter Streams erfassen.

Zusätzlich arbeitet TVU an KI-gestützter Fehlersuche. Auf der IBC zeigt das Unternehmen zunächst in MediaHub sogenannte AI Agents, die Telemetriedaten analysieren und daraus eine wahrscheinliche Fehlerursache ableiten sollen. TVU nennt als Beispiel SRT: Bereits ein einzelner Sender oder Empfänger könne mehr als 80 Messwerte liefern, zu denen weitere Informationen aus Transport Stream, Applikationen, Containern und Verbindungen hinzukommen.

Eine entsprechende agentische Diagnose soll künftig auch Bestandteil der MediaMesh-Observability werden. Anders als Build, Operate und Observe selbst beschreibt TVU diese Funktion allerdings noch als in Entwicklung.

Reuters arbeitet bereits mit den Platform Tools

Als Lead Customer für die neuen Werkzeuge nennt TVU die Nachrichtenagentur Reuters. Beide Unternehmen arbeiten an einer softwaredefinierten Infrastruktur, deren Kapazitäten sich abhängig vom Nachrichtenaufkommen skalieren lassen sollen.

Die Zusammenarbeit baut auf einem bereits laufenden Projekt auf. Reuters und TVU migrieren die Live-News-Distribution von einer Satelliten- und Hybridinfrastruktur auf ein Cloud-gemanagtes IP-Modell mit TVU MediaHub und TVU NOC. Die erste Region ist laut TVU bereits in Betrieb. Auf der IBC wollen beide Unternehmen die nächste Projektphase vorstellen.

„Cloud Computing hat Infrastruktur günstiger gemacht, aber Medien-Workflows dadurch nicht einfacher. Die Komplexität hat sich lediglich vom Technik-Rack zu den Engineering-Teams verlagert.“, sagt Mike Cronk, VP of Strategy bei TVU Networks. Mit den MediaMesh Platform Tools solle ein größerer Teil dieser Konfigurationsarbeit von der Software übernommen werden.

MediaMesh Build, Operate und Observe starten zur IBC2026 zunächst als Limited Availability. TVU will die Werkzeuge gemeinsam mit ausgewählten Kunden und Systemintegratoren unter Produktionsbedingungen weiterentwickeln. Einen Termin für die allgemeine Verfügbarkeit nennt das Unternehmen noch nicht.

TVU Networks stellt auf der IBC2026 vom 11. bis 14. September in Amsterdam an Stand 5.B86 aus.

Niklas Eckstein

Niklas Eckstein

Fachjournalist in der Medien- und Broadcast-Branche mit den Schwerpunkten Live-Produktion und Medientechnik. Chefredakteur von mebucom.de.

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