Der WDR hat angekündigt, eines seiner größten Produktionsgelände abzustoßen. Der Standort im Kölner Stadtteil Bocklemünd soll verkauft werden, nachdem eine interne Bedarfsanalyse sowie eine unabhängige Wirtschaftlichkeitsprüfung ergeben haben, dass die Flächen nicht mehr ausreichend genutzt werden. WDR-Intendantin Katrin Vernau sprach von einem „klaren strategischen Kurs“ und verwies auf die veränderten Anforderungen eines „digitalen, smarten Produktionsbetriebs“.
Digitalisierung reduziert Flächenbedarf
Die Entscheidung steht im Zusammenhang mit dem Wandel der Produktionsprozesse bei öffentlich-rechtlichen Sendern. Schlankere und stärker digitalisierte Arbeitsabläufe benötigen weniger physische Infrastruktur als die klassische Fernsehproduktion früherer Jahrzehnte. Das sehr große Betriebsgelände in Bocklemünd passe nicht mehr zu diesen Anforderungen, so die Intendantin. Der WDR will seine Aktivitäten stattdessen in der Kölner Innenstadt bündeln.
Zahlreiche Abteilungen betroffen
In Bocklemünd sind derzeit mehrere zentrale Bereiche des Senders angesiedelt. Dazu gehören die Abteilungen Veranstaltungstechnik und Ateliers, Multimedia und Großproduktion, On-Air-Design sowie Dokumentation und Archive. Hinzu kommen der Kfz- und Transportservice, die Aus- und Fortbildung, zwei Hallen für Studioproduktionen, das Instrumentenlager, der WDR Innovation Hub und der Gebäudebetrieb. Als Mieter auf dem Gelände befinden sich außerdem der Zentrale Beitragsservice, die Produktionsgesellschaft Bavaria Studios sowie die Film- und Theater-Ausstattung GmbH.
Projektteam soll Alternativen prüfen
Der WDR hat ein internes Projektteam eingesetzt, das gemeinsam mit Mitarbeitenden und dem Personalrat den weiteren Bedarf analysieren soll. Das Team wird prüfen, welche alternativen Standorte für die betroffenen Bereiche infrage kommen. Die dort angesiedelten Einheiten sollen ab 2028 an neuen Standorten arbeiten können.
Verkauf bis spätestens 2035
Der Zeitplan für das Vorhaben erstreckt sich über mehrere Jahre. Der WDR will den Verkauf des Geländes in Absprache mit den zuständigen Aufsichtsgremien vollziehen. Das Ziel ist eine möglichst zügige Umsetzung, wobei der gesamte Prozess spätestens bis 2035 abgeschlossen sein soll.













