Modernisierung aller WDR-Landesstudios abgeschlossen

Die Modernisierung der WDR-Landesstudios ist nach mehrjähriger Bauzeit abgeschlossen. Zuletzt ging das erneuerte Studio Bonn auf Sendung.

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Studio Bonn vom WDR
Die Erneuerung der Produktionstechnik in den Regionalstudios des WDR ist abgeschlossen. ©MCI

Nach einer mehrjährigen Modernisierungsphase hat der WDR gemeinsam mit MCI als Systemintegrator und Generalunternehmer die Erneuerung von neun WDR-Landesstudios in Nordrhein-Westfalen abgeschlossen. Am 10. Juni 2024 ging das Studio Bonn planmäßig mit einer großen Einweihungsfeier auf Sendung. Zu den Gästen zählten unter anderem WDR-Intendant Tom Buhrow und die Bonner Oberbürgermeisterin Katja Dörner.

Als erstes von insgesamt neun Studios ging das modernisierte WDR-Regionalstudio Duisburg im Mai 2020 „on air“. Das Studio war als erstes Studio des WDR für die Produktion in Ultra High Definition (UHD) vorbereitet worden. Seit Ende 2020 sind die Studios in Wuppertal und Siegen on air. Die Studios in Dortmund und Essen folgten im Mai bzw. November 2021. Die Standorte Bielefeld und Aachen gingen im März bzw. November 2022 auf Sendung. Das Studio in Münster ging im März 2023 und das Studio in Bonn im Juni 2024 On Air.

Regiearbeitsplätze des Studio Bonn ©MCI

WDR-Landesstudios: MCI verantwortlicher Generalunternehmer

MCI plante und realisierte als Generalunternehmer die Installation und Inbetriebnahme von neun Regionalstudios und deren Anbindung an die Zentrale Austauschplattform ZAP.

Die Planung der für die Umsetzung des neuen Studiokonzepts und die vollständige Integration in die vernetzte Produktionsumgebung des WDR erforderlichen Produktionstechnik begann im April 2019. Die Herausforderung bestand darin, die zuvor getrennten Bereiche zu einem bedarfsgerechten crossmedialen Produktionskomplex zusammenzuführen und gleichzeitig durch die Produktion in UHD zukunftsfähig zu machen.

Um dem Anspruch an die Flexibilität eines modernen Studios und den Anforderungen neuer Kanäle und Sehgewohnheiten gerecht zu werden, sieht das Konzept für die neuen Studios neben der klassischen Fernseh- und Hörfunkproduktion einen crossmedialen Schnittplatz vor, in dem Beiträge schnell, flexibel und effizient für alle Ausspielwege aufbereitet und bereitgestellt werden können.
Zur Verbesserung der Produktionsabläufe setzte der WDR gemeinsam mit MCI bei der Auswahl der Technik auf smarte Lösungen.

Ross Video stellt in der Regie den Carbonite Black Plus 12G+ Bildmischer ©MCI

Technik der WDR-Landesstudios

Im Zuge der Modernisierung und Umstellung auf die 12G SDI Single Link UHD-Technik stand das Projektteam vor der Aufgabe, die gesamte Technik auf ihre UHD-Fähigkeit zu untersuchen und die passende Integration zu finden.

Der Regieraum wurde neu geplant, gestaltet und mit vier Arbeitsplätzen ausgestattet. Um zukünftig in UHD produzieren zu können, wurden eine Ross Ultrix Videokreuzschiene und ein Ross Video Carbonite Black Plus 12G+ Bildmischer sowie Grafiksysteme von Avid integriert. Ein Stagetec Auratus Audiomischpult und die passende Stagetec Nexus Audio Kreuzschiene sorgen auch in Zukunft für eine exzellente Audioqualität. Für die klassische Studioproduktion kommen Ikegami UHD Boxkameras auf Hubsäulen der Firma Vitec Group zum Einsatz, die durch den schwenk- und neigbaren Kopf auf jede Bewegung der Moderatoren aus der Regie ferngesteuert eingestellt werden können.

Zwei neu geschaffene Präsentationsflächen wurden für den Selbstfahrerbetrieb geplant und jeweils mit kleinen, einfach zu bedienenden Yellowtec Intellimix Mischpulten ausgestattet.

Für eine benutzerfreundliche Bedienung wurden die Hauptarbeitsplätze mit KVM-Systemen von G&D ausgestattet.

Um den Überblick über die komplexe Studiotechnik zu behalten, fasst das IP-basierte Studiosteuerungssystem vsm von Lawo alles unter einem Dach zusammen, stellt alle wichtigen Parameterwerte in Echtzeit zur Verfügung und macht sie den Anwendern zugänglich.

Im Audiobereich kommt ein Stagetec Auratus zum Einsatz ©MCI

Integration in die Zentrale Austauschplattform des WDR

Eine weitere Herausforderung während des Umbaus bestand darin, das neue Studiokonzept in die bestehende, über Jahre gewachsene, vernetzte Produktionsumgebung und die Zentrale Austauschplattform (ZAP) des WDR zu integrieren. Auf Basis von VPMS und IBM Arema wird die ZAP im gesamten WDR für die filebasierte Produktion eingesetzt. Im Rahmen des Projektes wurden die Regionalstudios mit ihren Schnittplätzen, Ingest- und Playout-Servern vollständig in die ZAP integriert.

Die Schnittplätze sind an ein zentrales AVID Nexis Produktionssystem angeschlossen, das in Köln installiert ist.

Das an die ZAP angebundene Playout in den WDR-Landesstudios erfolgt mit dem Produkt HMS ClipBox. Die Zuspielung von Fill- und Key-Signalen zum Bildmischer ist ebenfalls möglich. Weiterhin wird der im WDR etablierte Platzhalter-Workflow über eine MOS-Anbindung an OpenMedia unterstützt. Dabei werden Beiträge und deren Medienobjekte in OpenMedia angelegt. Der Playout-Server übernimmt die Verwaltung und Verknüpfung der Medienobjekte mit Clips. Im letzten Schritt stellt OpenMedia über MOS einen Sendeplan für das Playout zur Verfügung. Die Bedienung der ClipBox erfolgt überwiegend ferngesteuert über den Bildmischer, so dass Playout und Bildmischung an einem Arbeitsplatz vereint werden konnten.

Mit der zentralen Anbindung an das ZAP und der Modernisierung der Studiotechnik wird laut MCI den crossmedialen Anforderungen der Branche hinsichtlich Informationsaufbereitung, veränderter Sehgewohnheiten, Geschwindigkeit und Bildqualität Rechnung getragen. Zukünftig können Inhalte flexibel und ortsunabhängig auf allen Kanälen in allen gängigen Formaten und Auflösungen verarbeitet und bereitgestellt werden.

Alle neun Regionalstudios sind in Betrieb. Aufgrund der bestehenden technischen Rahmenbedingungen im Bereich der Programmverbreitung werden die Studios zunächst in HD-Qualität produzieren und senden. Mit einem zukünftigen Ausbau der Verbreitungswege kann das Programm dann auch in UHD-Qualität angeboten werden.

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