
Tata Communications übernimmt 51 Prozent des US-indisch geführten Softwareanbieters Commotion Inc. und baut damit seine KI-Strategie deutlich aus. Die Übernahme erfolgt als Bartransaktion und soll die Weiterentwicklung der eigenen Digital-Fabric-Infrastruktur unterstützen – einer Plattform, über die der Konzern Kommunikationsdienste, Datenströme und Unternehmensprozesse bündelt.
Im Zentrum steht die Frage, wie Kundenkommunikation künftig automatisiert werden kann. Tata Communications betreibt dafür die Customer Interaction Suite, ein Portfolio für Messaging, Voice-Dienste und kontaktzentrierte Workflows. Dazu gehört auch Kaleyra, ein Anbieter für Omnichannel-Kommunikation, über den Unternehmen etwa SMS-Benachrichtigungen, Kundendialoge oder Serviceprozesse orchestrieren.
Wie Commotion in die Plattform passt
Commotion entwickelt eine Enterprise-Plattform, die Kommunikationsabläufe und interne Geschäftsprozesse mit KI verknüpft. Sie setzt dabei auf drei Funktionsblöcke: Systeme für automatisierte Kundeninteraktion über verschiedene Kanäle, Module zur Verarbeitung gesprochener Sprache sowie digitale Agenten, die Routineaufgaben im Kundenservice oder in internen Teams übernehmen können.
Kern der Technologie ist eine Orchestrierungs-Engine, die Abläufe zwischen Anwendungen, Kommunikationskanälen und internen Systemen steuert. Diese Engine soll künftig in zentrale Komponenten von Kaleyra integriert werden. Dadurch lassen sich etwa Rückfragen, Terminvereinbarungen oder Supportgespräche automatisiert vorbereiten oder weiterleiten, ohne dass jedes Element manuell konfiguriert werden muss.
Aus Perspektive von Tata Communications ermöglicht das eine Weiterentwicklung klassischer Kundenkommunikation: weg von reaktiven Prozessen hin zu Systemen, die Muster erkennen, Situationen antizipieren und Arbeitsabläufe gezielt anstoßen.
Strategische Bedeutung für Tata Communications
Tata Communications verfolgt seit längerem das Ziel, seine Digital Fabric stärker KI-gestützt auszubauen. Die Integration von Commotion soll diesen Weg beschleunigen. CEO A. S. Lakshminarayanan spricht von einem „wichtigen Schritt auf unserem Weg, das Kundenerlebnis im Zeitalter der KI neu zu definieren“. Funktionen von Commotion seien bereits in Kaleyra eingeflossen, „und wir verzeichnen eine phänomenale Kundenresonanz“.
Auch Commotion sieht in der Übernahme eine langfristige Partnerschaft. CEO Murali Swaminathan bezeichnet den Zusammenschluss als „bedeutenden Meilenstein“, da er die eigene Entwicklungsarbeit mit der globalen Reichweite und Marktpräsenz von Tata Communications verbinde.
Die Akquisition ist Teil eines breiteren Trends, bei dem Kommunikationsanbieter ihre Dienste zunehmend mit KI orchestrieren, um Kundendialoge, Service-Workflows und interne Abläufe zu automatisieren. Für Tata Communications markiert die Übernahme einen weiteren Schritt in Richtung eines KI-zentrierten Plattformansatzes, der über reine Messaging-Infrastruktur hinausgeht und stärker auf dynamische Unternehmensprozesse zielt.













