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HbbTV Association veröffentlicht Spezifikation 2.0.5 mit integriertem DRM

Die neue Version des HbbTV-Standards integriert erstmals Digital Rights Management in die Kernspezifikation. Zudem werden WebAssembly, die Codecs VVC und AV1 sowie eine verbesserte DVB-I-Integration definiert.

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Die HbbTV Association hat Version 2.0.5 ihrer Kernspezifikation veröffentlicht. ©HbbTV

Die HbbTV Association hat Version 2.0.5 ihrer Kernspezifikation veröffentlicht. Das Steering Group verabschiedete das Update auf seiner jüngsten Sitzung. Es handelt sich um eine inkrementelle Weiterentwicklung von Version 2.0.4, die vor zwei Jahren erschien – allerdings mit einigen substanziellen Neuerungen.

DRM erstmals explizit definiert

Die wichtigste Änderung betrifft Digital Rights Management. Zwar unterstützen HbbTV-Geräte DRM bereits seit Jahren, doch bislang fehlte eine explizite Definition in der Kernspezifikation. Das ändert sich nun: Geräte müssen künftig mindestens eines der DRM-Systeme unterstützen, die in der vor sechs Monaten veröffentlichten HbbTV-DRM-Spezifikation aufgeführt sind – also Microsoft PlayReady oder Google Widevine.

Mit dieser Formalisierung will die Association einen harmonisierten, interoperablen Ansatz im gesamten Ökosystem schaffen. Für Broadcaster, Plattformbetreiber und Rechteinhaber ist das ein wesentlicher Schritt, um Premium-Inhalte sicher ausliefern zu können.

WebAssembly und neue Codecs

Auch WebAssembly findet nun offiziell Eingang in die Spezifikation. Die Technologie war zwar bereits über Browser-Engines wie Chrome oder WebKit in vielen HbbTV-Geräten verfügbar, wurde aber bislang nicht formal definiert. Sie ermöglicht unter anderem die effiziente Dekodierung zusätzlicher Videostreams. Der katalanische öffentlich-rechtliche Sender 3Cat nutzte diesen Ansatz, um auf der IBC 2025 und dem HbbTV Symposium einen Gebärdensprach-Dienst zu demonstrieren.

Darüber hinaus definiert die Spezifikation nun Unterstützung für die Videocodecs VVC und AV1, wobei deren Implementierung optional bleibt. Ergänzend wurden zusätzliche Web-Sicherheitsmaßnahmen aufgenommen.

DVB-I-Integration weiter verbessert

Die Integration zwischen HbbTV und DVB-I, die mit Version 2.0.4 eingeführt wurde, erfährt ebenfalls Verbesserungen. So klärt die Spezifikation nun, wie DVB-I-Anwendungen unterstützt werden können, die mit gesamten Servicelisten verknüpft sind. Plattformen oder Service-Aggregatoren erhalten damit die Möglichkeit, DSGVO-Einwilligungen oder Zustimmungen zu Nutzungsbedingungen einzuholen. Feedback aus der Praxis, insbesondere zur HbbTV- und DVB-I-Integration, ist in zahlreiche technische Korrekturen eingeflossen.

Vereinfachungen für Gerätehersteller

Neben den neuen Features enthält die Spezifikation auch Vereinfachungen für Implementierer: Ungenutzte Funktionen wurden entfernt, andere zur Abschaffung vorgemerkt, einige Anforderungen gelockert. Die HbbTV Association plant, in den kommenden Wochen eine Ausschreibung zu veröffentlichen, um ihre Conformance Test Suite für HbbTV 2.0.5 zu erweitern.

„HbbTV 2.0.5 repräsentiert einen wichtigen Schritt in der Evolution hybrider TV-Dienste", sagt Vincent Grivet, Vorsitzender der HbbTV Association. Die Spezifikation orientiere sich an aktuellen Markttrends und ermögliche anspruchsvollere, sicherere und funktionsreichere Dienste.

Die vollständige Spezifikation sowie ein Begleitdokument stehen in der HbbTV Resource Library zum Download bereit.

Niklas Eckstein

Niklas Eckstein

Fachjournalist in der Medien- und Broadcast-Branche mit den Schwerpunkten Live-Produktion und Medientechnik. Chefredakteur von mebucom.de.

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