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Medientage München zwischen KI und Plattformmacht

Bei den 40. Medientagen München ging es um die Hoheit über Inhalte, den Schutz der Infrastruktur und die Verantwortung für KI. Die Debatten verband eine schwierige Frage: Wie viel Regulierung braucht eine unabhängige Medienbranche?

Eva Schulz im Gespräch mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder auf den Medientagen München
„Das deutsche Medienrecht orientiert sich noch an Realitäten, die es eigentlich gar nicht mehr gibt“: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder plädierte bei den Medientagen München für europäische Antworten auf die Macht internationaler Plattformen. ©Medientage München

Mehr als 5.000 Besucher und rund 350 Referenten kamen zu den 40. Medientagen München ins House of Communication der Serviceplan Group. Unter dem Motto „Own it!“ diskutierten sie drei Tage lang darüber, wie Medienunternehmen ihre wirtschaftliche und technologische Eigenständigkeit sichern können.

In mehr als 100 Sessions, Keynotes und Masterclasses ging es unter anderem um die Abhängigkeit von globalen Tech-Plattformen, den Einsatz von KI und den Umgang mit Desinformation. Dabei berührte die Frage nach der Kontrolle unterschiedliche Bereiche des Mediengeschäfts: den Schutz der eigenen Infrastruktur ebenso wie die Verfügung über Inhalte und die rechtliche und ethische Verantwortung für automatisierte Entscheidungen.

Das House of Communication, Veranstaltungsort der 40. Medientage München
Das House of Communication der Serviceplan Group in München war Veranstaltungsort der 40. Medientage München. ©Medientage München

Zwischen Plattformregulierung und Innovationsdruck

In den Debatten standen Forderungen nach wirksamen Regeln gegen Plattformmonopole und algorithmische Verzerrungen neben Warnungen vor einer Überregulierung. Während solche Eingriffe Meinungsfreiheit, journalistische Qualität und Medienvielfalt schützen sollen, befürchten Branchenvertreter zugleich Nachteile für die Innovationsfähigkeit heimischer Medienunternehmen im internationalen Wettbewerb.

Thorsten Schmiege, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Medien.Bayern GmbH, verband digitale Souveränität mit mehr Kooperation und fairen politischen Rahmenbedingungen. „‚Own it!‘ darf nicht mit diesen MEDIENTAGEN München enden. Branche, Politik und Aufsicht sind jetzt gefordert, dieses Motto mit Leben zu füllen.“

Stefan Sutor, Geschäftsführer der Medien.Bayern GmbH, betonte zum Abschluss vor allem die Chancen künstlicher Intelligenz: „Jetzt geht es darum, optimistisch in die Zukunft zu blicken, die eigene Stärke zu zeigen und Verantwortung zu übernehmen. Die Risiken bezüglich KI sind zwar groß – aber die Möglichkeiten sind noch größer.“

Besucher der 40. Medientage München
Mehr als 5.000 Besucher kamen zu den 40. Medientagen München, die unter dem Motto „Own it!“ standen. ©Medientage München

Nachwuchs und Austausch im Werksviertel

Neben dem Medientage-Gipfel gehörten der AI Summit und der Journalism Summit zum Konferenzprogramm. Die Themen reichten von TV und Streaming über Audio, Publishing und Werbung bis zu Creator Economy und Extended Reality. Die Karrieremesse „Media For You“ brachte junge Talente in den Locations Werk 1.4 und Technikum mit der Medienbranche zusammen; neu hinzu kam eine Meetup-Bühne im Technikum.

Zum Rahmenprogramm zählten die Nacht der Medien und mehrere Preisverleihungen, darunter der Blaue Panther, die International Eyes & Ears Awards sowie der ARD/ZDF Förderpreis und der BLM Nachhaltigkeitspreis Medien. Die Riesenrad-Talks ergänzten das Programm mit Gesprächsrunden im Münchner Werksviertel. Veranstalter der Jubiläumsausgabe war die Medien.Bayern GmbH, gefördert von der Bayerischen Staatskanzlei und der BLM.

Niklas Eckstein

Niklas Eckstein

Fachjournalist in der Medien- und Broadcast-Branche mit den Schwerpunkten Live-Produktion und Medientechnik. Chefredakteur von mebucom.de.

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