Die ARD-Daily „Rote Rosen" stellt ihre gesamte Post-Production auf DaVinci Resolve um. Produziert wird die Serie von Studio Hamburg Serienwerft für Das Erste. Damit ersetzt eine täglich ausgespielte deutsche Primetime-Serie nach 18 Jahren und über 4.200 Folgen ihren bisherigen, Avid-zentrierten Workflow durch eine einheitliche Plattform für Schnitt, Grading, Sound, VFX und Auslieferung.
Hauptgrund der Umstellung ist der Wegfall des bisherigen AAF-Roundtrippings zwischen Avid Media Composer, Nuendo, Pro Tools, Adobe Media Encoder und After Effects. Den Effizienzgewinn beziffert Post-Production Supervisor Jonathan Happ auf 10 bis 15 Arbeitsstunden pro Woche. Vorausgegangen war eine schrittweise Annäherung: ADR, VFX und Audio-Cleanup liefen bereits vor der vollständigen Migration auf Resolve.
Eigener TrueNAS-Server statt schlüsselfertigem Storage
Mit der Plattformentscheidung änderte sich auch die Infrastruktur darunter. Statt einer schlüsselfertigen Lösung etablierter Storage-Anbieter kommt ein selbst beschaffter TrueNAS-Server mit Open-Source-Betriebssystem zum Einsatz. Die Investitionskosten lagen nach Angaben der Produktion bei rund einem Viertel des ursprünglich kalkulierten Angebots. Lizenzkosten – unter anderem für Teradici-Zugänge – entfallen, ebenso die Anbindung über proprietäre Schnittstellen.
Damit verändert sich die Skalierungslogik strukturell: Zusätzliche Schnittplätze erfordern keine begleitenden Investitionen in Switch-Kapazität, Storage-Erweiterung oder Remote-Lizenzen, sondern nur weitere Workstations.

Weniger Outsourcing, neuer Personalzugang
Die einheitliche Plattform verschiebt zugleich die Grenze zwischen interner und externer Postproduktion. Wiederkehrende Effekte fertigt die Serie jetzt über vorgefertigte Fusion-Templates intern, statt sie an Dienstleister zu vergeben. Auch die bisher ausgelagerte Bereitstellung von Hardware-Kapazitäten und Personal durch externe Postproduktionshäuser geht zurück.
Mit der Software-Wahl verschiebt sich zudem die Rekrutierungsbasis. „Auf Avid geschulte Assistenzen zu finden, ist nahezu unmöglich. Mit Resolve können wir Studierende und Junior-Editorinnen aus lokalen Filmhochschulen ins Team holen", so Happ. Für eine Daily mit hohem Personaldurchlauf ist das ein wirtschaftlich relevantes Argument – und ergänzt die technischen Effekte der Umstellung um eine personalstrategische Komponente.