Der MediaTech Hub Potsdam (MTH) startet in Babelsberg eine Forschungs- und Entwicklungsplattform, über die Medienunternehmen, Startups und Forschungsteams neue Technologien und Produktionsabläufe praktisch erproben können. Der „MTH Creative Innovation Space“ vermittelt ausgewählten Projekten Zugang zu Technik, Infrastruktur und Fachwissen eines Partnernetzwerks. Parallel dazu haben MTH und Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) eine strategische Partnerschaft vereinbart, die zunächst bis Ende 2027 läuft.
Das Angebot setzt vor der Übernahme einer Technologie in den regulären Produktionsbetrieb an: Projektteams sollen Werkzeuge und Workflows unter realistischen Bedingungen testen, Schnittstellen untersuchen und bewerten können, wie sich eine Lösung für ihren Anwendungsfall eignet. Dafür bündelt der MTH die Angebote seiner Partner in einem Technologiepool und stellt je nach Fragestellung die passenden Kontakte und Ressourcen zusammen.
„Mit dem MTH Creative Innovation Space ergänzen wir unser bestehendes Angebot aus Startup-Accelerator, Standortmanagement und internationaler MTH Conference um ein weiteres wichtiges Wirkungsfeld.“ Peter Effenberg, Geschäftsführer, MediaTech Hub Potsdam

Von volumetrischer Aufnahme bis Cloud-Produktion
Zu den ersten Technologiepartnern gehören Volucap mit volumetrischen Aufnahmetechnologien und Mimic Productions mit Lösungen für Digital Humans und 3D-Scanning. FilmLight steuert Technologien für das Colour Grading bei, während Engine Lab Cloud-Lösungen für Filmstudios und MoovIT cloudbasierte Produktions- und Workflow-Lösungen einbringen. Das CX Studio der Filmuniversität Babelsberg ergänzt den Pool um immersive und interaktive Medientechnologien. Weitere Technologie- und Forschungspartner sollen das Angebot entlang der Anforderungen neuer Projekte erweitern.
„Für Medienunternehmen reicht es nicht, neue Tools nur auf dem Papier zu bewerten“, sagt Simon Sturzenegger, Head of Creative Technologies beim MTH. „Entscheidend ist, sie unter realistischen Bedingungen zu testen und auch erstmalig einzusetzen, damit tatsächlich ein Mehrwert für die Produktion entsteht.“

Unternehmen, Startups und Forschungsteams sollen sich über Open Calls mit konkreten Entwicklungs- und Erprobungsideen bewerben können. Für ausgewählte Vorhaben identifiziert der MTH geeignete Technologien und Partner, begleitet technologische Fragestellungen und informiert bei Bedarf über Fördermöglichkeiten auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene.
rbb will erprobte Anwendungen ins Haus holen
Die analog dazu vereinbarte Partnerschaft mit dem rbb sieht einen regelmäßigen Austausch über technologische Entwicklungen, Produktionsverfahren und Mediennutzung vor. Beide Seiten wollen gemeinsame Innovationsprojekte prüfen und neue Anwendungen in geeigneten Testumgebungen erproben.
„Die Medienwelt entwickelt sich rasant. Als öffentlich-rechtlicher Rundfunk wollen wir diesen Wandel mitgestalten. Dafür müssen wir neue Technologien frühzeitig verstehen und in einem geschützten Rahmen mit klaren Standards ausprobieren.“ Ulrike Demmer, Intendantin des rbb.
Julian Hecker, Leiter Technologie und Infrastruktur beim rbb, betont den Zugang zu einem offenen, von einzelnen Anbietern unabhängigen Netzwerk. „Was sich dort bewährt, bringen wir in den rbb und, wo es passt, in die ARD.“
Die Zusammenarbeit ergänzt die seit Mai 2026 bestehende Kooperation des MTH mit der Studio Babelsberg AG, unter anderem bei der AI & Virtual Production Masterclass. Mit dem Creative Innovation Space erweitert der Hub sein Angebot aus Startup-Accelerator, Standortmanagement und MTH Conference um die projektbezogene Technologieerprobung im Produktionsumfeld Babelsbergs.