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Movistar Plus+ stellt 20 Kanäle auf AMPP um

Telefónica Servicios Audiovisuales betreibt die ersten 20 linearen Kanäle von Movistar Plus+ auf Grass Valleys Softwareplattform. Für rund 40 weitere prüft der Dienstleister die Anforderungen.

Playout-Center von Telefónica Servicios Audiovisuales
Die ersten 20 linearen Kanäle von Movistar Plus+ laufen auf der neuen AMPP-Plattform von Telefónica Servicios Audiovisuales. ©Grass Valley

Mehr als zwei Jahrzehnte lang hatte die bisherige Playout-Infrastruktur Movistar Plus+ Bestand. Nun hat Telefónica Servicios Audiovisuales (TSA) die ersten 20 linearen Kanäle der spanischen Pay-TV- und Streamingplattform auf Grass Valley AMPP umgestellt. Die neue, lokal betriebene Serverumgebung ist für insgesamt knapp 60 Dienste ausgelegt; wie die übrigen Kanäle eingebunden werden, prüft TSA auf Grundlage der ersten Betriebserfahrungen.

Movistar Plus+ erreicht über IPTV und OTT aktuell rund 3,8 Millionen Abonnenten und bietet unter anderem Sport, Filme, Serien und Eigenproduktionen an. Den Wechsel im Playout verantwortet mit TSA ein Unternehmen der Telefónica-Gruppe, das audiovisuelle Dienstleistungen und Systemintegration sowohl konzernintern als auch für externe Kunden übernimmt.

„Dieses Projekt verändert grundlegend, wie wir an Playout herangehen: Wir wechseln von dedizierter Hardware, die der Plattform viele Jahre gedient hat, zu einer flexibleren, softwaredefinierten Umgebung“, sagt TSA-COO José Luis García Cabrera. „Die ersten 20 Kanäle laufen inzwischen auf der neuen Plattform. Dadurch sammeln wir praktische Erfahrungen mit dem neuen Ansatz, während wir den besten Weg für die verbleibenden Kanäle prüfen.“

AMPP verteilt Playout auf gemeinsame Infrastruktur

Für die Ausspielung setzt TSA Playout X auf 13 AMPP-Servern ein, ergänzt um zwei dedizierte Server für das Medienmanagement mit Framelight X. Die Installation ist vollständig redundant ausgeführt und stellt Haupt- und Backup-Betrieb für die Kanäle bereit. Ein- und Ausgänge arbeiten nach SMPTE ST 2022-2.

Mit der Umstellung verändert sich die Zuordnung der Ressourcen: An die Stelle fest einem Kanal zugeordneter physischer Ausspielketten treten Softwaredienste auf gemeinsam genutzter Infrastruktur. TSA kann die verfügbaren Ressourcen dadurch flexibler verteilen und die Umgebung bei veränderten Anforderungen erweitern. Auch Betrieb, technische Administration und Monitoring lassen sich über die Plattform verwalten.

Die Einführung fand bei weiterlaufendem Sendebetrieb statt. Während TSA den Übergang auf die neue Umgebung steuerte, übernahm Movistar Plus+ die Integration der Drittsysteme sowie die Anbindung von Traffic und Grafik. TSA sieht nach der Inbetriebnahme vor allem bei Bedienung und Überwachung mehr Spielraum, die Abläufe an neue Anforderungen anzupassen.

Weitere Kanäle und Cloud-Absicherung im Blick

Für rund 40 zusätzliche lineare Dienste, darunter Kanäle mit Live-Quellen, bewertet TSA derzeit die Anforderungen. Carlos Ferreira, VP Sales Southern and Central Europe bei Grass Valley, betont dabei die schrittweise Einführung: „Einen etablierten Playout-Betrieb dieser Größenordnung auf eine softwaredefinierte Plattform zu verlagern, erfordert einen klaren Migrationspfad und Vertrauen in die Technologie.“

Parallel untersucht Telefónica eine cloudbasierte Disaster-Recovery-Lösung für die lokal betriebene Plattform. TSA sieht außerdem mögliche weitere Einsatzfelder für AMPP bei Playout-Dienstleistungen für Dritte und in der Remote-Produktion. Im Mittelpunkt steht zunächst jedoch die Frage, wie sich die verbleibenden Movistar-Plus+-Kanäle nach den ersten 20 Diensten auf die neue Umgebung überführen lassen.

Isabel Gauger

Isabel Gauger

Isabel Gauger verantwortet bei mebucom Marketing und Kooperationen. Als Autorin berichtet sie außerdem über Branchenevents und ausgewählte Technikthemen.

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