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Caretta-Report: Broadcaster bauen Live-Betrieb auf IP um

Eine neue Studie von Caretta Research zeigt, wie IP- und Cloud-Workflows die Sportproduktion und Programmverbreitung verändern. Satellite und dedizierte Glasfaserleitungen verlieren demnach an Bedeutung.

Caretta-Report
Der Caretta-Report untersucht, wie Broadcaster ihre Live-Workflows auf IP und Cloud umstellen. ©Caretta Research

Broadcaster richten ihre Live-Workflows zunehmend auf IP-Delivery aus, während Satellit und dedizierte Glasfaserverbindungen an Bedeutung verlieren. Das ist das zentrale Ergebnis eines neuen Reports von Caretta Research, der in Zusammenarbeit mit Zixi entstanden ist.

Sportproduktion als Vorreiter

Der Wandel zeigt sich besonders deutlich in der Live-Sportproduktion. Durch die Verlagerung von Contribution-Feeds und Master-Control-Funktionen auf IP- und Cloud-Infrastruktur können Broadcaster ihre Kapazitäten über die Grenzen klassischer Ü-Wagen und Regien hinaus skalieren – und deutlich mehr Events gleichzeitig produzieren.

Organisationen wie Sky und die NHL nutzen laut Report bereits IP-Workflows, um mehr simultane Events zu übertragen, zusätzliche Kameraperspektiven anzubieten und Inhalte effizienter an globale Streaming-Plattformen und Partner zu verteilen.

„IP-Delivery verändert grundlegend die Wirtschaftlichkeit und Flexibilität der Live-Videoverbreitung", sagt Robert Ambrose, CEO und Mitgründer von Caretta Research sowie Autor des Reports. Broadcaster bewegten sich weg von festen Satelliten- und Glasfaserinfrastrukturen hin zu softwarebasierten Workflows, die es ihnen ermöglichen, Produktionen zu skalieren und schneller auf veränderte Nachfrage zu reagieren.

Regionale Unterschiede bei den Treibern

Die Gründe für den Umstieg variieren laut Report je nach Region. In den USA beschleunigt die laufende Umwidmung und Reduzierung von C-Band-Satellitenspektrum die Suche nach alternativen Verbreitungswegen. In anderen Märkten treiben Kostendruck, wachsende Streaming-Distribution und der Wunsch nach flexiblerer Eventproduktion den Wechsel zu IP voran.

Neue Geschäftsmöglichkeiten für Sendernetzbetreiber

Für Programmanbieter eröffnet IP-Distribution laut Caretta auch neue kommerzielle Möglichkeiten: die Erweiterung der globalen Reichweite auf neue Partner, der Start lokalisierter Programmvarianten und die Integration dynamischer Werbeschaltung in IP-basierte Workflows.

„Broadcaster ersetzen nicht einfach Satellitenverbindungen durch IP-Transport", sagt Marc Aldrich, CEO von Zixi. „Sie bauen ihren Live-Betrieb um flexible, cloudbasierte Workflows herum neu auf."

Der Report „Unlocking Live Video Workflows with IP: Transforming the Economics and User Experience of Live Video Delivery" steht auf der Website von Caretta Research zum Download bereit.

Eckhard Eckstein

Eckhard Eckstein

Erfahrener Fachjournalist und langjähriger Chefredakteur der Zeitschrift MEDIEN BULLETIN. Themenschwerpunkte sind Medienpolitik und Rundfunktechnologie.

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