Insgesamt wurden rund 4,4 Mrd. Euro für 41 Frequenzblöcke mit einem Gesamtspektrum von 359,3 MHz nach 224 Runden an insgesamt 27 Auktionstagen eingenommen. Das ist deutlich weniger als von Marktexperten erwartet. Sie waren ursprünglich von sechs bis acht Milliarden Euro Erlösen ausgegangen. Bei der letzten großen Mobilfunk-Frequenzversteigerung (für UMTS) konnte der Bund noch 50 Millarden Euro kassieren.
Am begehrtesten waren sechs Frequenzblöcke um 800 MHz herum, die im Zuge der Digitalisierung des terrestrischen Rundfunks (Digitale Dividende) frei geworden waren. Auf Grund des niedrigen Frequenzbereichs ermöglichen diese Frequenzblöcke eine große Reichweite mit nur wenigen Basisstationen und damit auch geringem Technikaufwand.
Den Zuschlag für jeweils zwei Frequenzblöcke im Bereich 800 MHz erhielten die drei Mobilfunkbetreiber Vodafone, O2 und Deutsche Telekom. E-Plus ging hier leer aus.
Vodafone ersteigerte für 1,42 Mrd. Euro insgesamt zwölf, Telefónica O2 für 1,38 Mrd. Euro elf Blöcke und die Deutsche Telekom für 1,3 Mrd. Euro zehn Blöcke und E-Plus für 284 Mio. Euro acht Blöcke.
Die um 800 MHz liegenden Frequenzen der digitalen Dividende müssen nach den Vorgaben der Bundesregierung zunächst zur Erschließung der mit Breitband-Internet unterversorgten ländlichen Gebiete dienen. Erst danach dürfen sie auch für lukrativere Geschäfte in Ballungsräumen genutzt werden.
„Es gilt jetzt dafür Sorge zu tragen, dass die Zusagen der Netzbetreiber auch eingehalten werden, gerade die weißen Flecken in Deutschland vorrangig mit breitbandigem Internet zu versorgen. Versuche, an denen die Landesmedienanstalten beteiligt waren, haben gezeigt, dass die erzielten Bandbreiten des Funkinternets für Kommunen ohne Glasfaseranschluss eine gute Alternative sind“, sagte der Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), Thomas Langheinrich. (MB 05/10)
Frequenzversteigerung ist abgeschlossen
Die Bundesnetzagentur hat am 20. Mai die Versteigerung neuer Mobilfunkfrequenzen abgeschlossen. Sie sollen insbesondere zur Nutzung der vierten Mobilfunkgeneration (G4) und der neuen schnellen Übertragungstechnik LTE (Long Term Evolution) eingesetzt werden.
Eckhard Eckstein
Erfahrener Fachjournalist und langjähriger Chefredakteur der Zeitschrift MEDIEN BULLETIN. Themenschwerpunkte sind Medienpolitik und Rundfunktechnologie.
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