Innerhalb der 21 Business-Logen, in den Eventboxen, im Fan-Treff und in der grossen Soccer Lounge wurden insgesamt über 105 LCD-Flatscreens installiert. Gefordert war zunächst laut Teracue ein reines IPTV-Fernsehsystem, um die internen Live-Signale der Stadionregien sowie externe Fernsehprogramme in HD und SD auf die Bildschirme zu übertragen. Zusätzlich sollten die Bildschirme auch in der Lage sein Digital Signage, das heißt Informations-, Werbe- und Sponsoreninhalte darzustellen, da die Anforderungen an die Bildschirmausgabe je nach Veranstaltungsart sehr unterschiedlich sind.
Eine Kombination aus IPTV und Digital Signage erlaubt nun, dass die einzelnen Logen mit einem individuell gestalteten und mit eigenem Branding versehenen TV-Programm bespielt werden. Eine Besonderheit des Systems ist, dass die VIP-Gäste in den Logen die Möglichkeit haben, per Fernbedienung in das Digital Signage System einzugreifen. „Die vom Digital Signage System vorgegebenen Inhalte können vor Ort umgeschaltet werden, und es können frei wählbar auch andere TV- und Videostreams, sowie spezielle Logen-Programme ausgewählt werden“, berichtet Teracue-Marketingchef Rainer Link.
An spielfreien Tagen können einzelne Stadionbereiche für andere Veranstaltungen, Schulungen, Konferenzen oder Workshops genutzt werden. Da sie oftmals eine TV-Anbindung, Live-Video Einspielung und eine digitale Beschilderung benötigen, profitieren auch sie von dem nun vorhandenen Fernseh- und Informationssystem, das gleichzeitig mehrere unterschiedliche Anwendungen ermöglicht, alles steuerbar von mehreren Arbeitsplätzen aus.
Die Einspeisung und Netzwerkübertragung der Fernsehkanäle und der internen Stadionregiesignale übernimmt das IPTV-Headend von Teracue. Für den Empfang und Live-Streaming der öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsender kommen vier DVB-to-IP Gateways der DMM-140 Serie zum Einsatz (DVB-C nach IP Wandlung). Insgesamt sind 14 Sender konstant verfügbar und können jederzeit auf die Bildschirme ausgegeben werden, als Vollbild oder im skalierten Videofenster neben anderen Text-, Bild- oder Ticker-Inhalten. Die Einspeisung des im Stadion produzierten EnBW – FanTV-Signals sowie das Streaming eines weiteren HD Senders übernehmen die Hardware H.264 Encoder vom Typ ENC-300-HDSDI und ENC-300-DVI/HDMI von Teracue. Zur Generierung der Digital Signage Inhalte und zur Verteilung aller Inhalte kommt der Digital-Composer der Firma Trinity Solutions zum Einsatz. Die LCD Bildschirme und Fernsehgeräte sind via HDMI jeweils an die signPlayer-PCs angeschlossen. Es sind 55 signPlayer im Einsatz, welche die 105 Bildschirme speisen. Die Datenübertragung findet dabei komplett über eine herkömmliche CAT-Verkabelung statt, die durch eine zusätzliche Strecke gegen Ausfall gesichert ist. Aufwändige Video- oder LWL-Verkabelung ist hierbei nicht erforderlich.
Realisiert wurde die Installation beim VfB Stuttgart durch die enge Zusammenarbeit und Partnerschaft von Trinity Solutions und Teracue. In Trinity Solutions Digital-Composer wurde auch das Abspielen von HD-Live-Streams realisiert, so dass das Digital-Signage-System auch als reines Fernsehsystem – mit lokaler und zentraler/dezentraler Fernsteuerung – genutzt werden kann. Auch die Anbindung des innerstädtischen VfB City-Shops an das IPTV- und Digital-Signage-System ist laut Teracue-Manager Link geplant.
Niklas Eckstein
(MB 05/12)
Modernste Medientechnik im Stadion
Die 60.000 Zuschauer fassende Mercedes-Benz Arena des VfB Stuttgart gilt als eine der modernsten Sportstätten Deutschlands. Dort wurde ein flexibles IPTV-Informations- und Fernsehsystem mit IPTV-Headend-Technik von Teracue und einer Digital-Signage-Lösung von Trinity installiert.
Niklas Eckstein
Fachjournalist in der Medien- und Broadcast-Branche mit den Schwerpunkten Live-Produktion und Medientechnik. Chefredakteur von mebucom.de.
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