BCNEXXT hat Live-HLG-basiertes HDR-Playout in seine Vipe-Plattform integriert. Die Implementierung richtet sich an Broadcaster, die High Dynamic Range in Live-Produktionsworkflows einbinden und zugleich SDR-Dienste weiterführen müssen. Dateibasierte Inhalte werden vor dem Playout in HLG gerendert, um visuelle Konsistenz über Programm und Werbung hinweg zu gewährleisten.
Parallelbetrieb als zentrale Herausforderung
Live-Sport wird zunehmend in HDR produziert, insbesondere im HLG-Format, das speziell für Live-Broadcast-Umgebungen entwickelt wurde. Doch die meisten Broadcaster müssen weiterhin SDR-Haushalte bedienen. Daraus ergeben sich praktische Herausforderungen: HDR-Inhalte erfordern unter Umständen eine SDR-Konvertierung für ältere Distributionswege. Umgekehrt müssen in SDR produzierte Werbespots hochkonvertiert werden, um sichtbare Qualitätssprünge während der Werbeblöcke zu vermeiden.
„In klassischer Broadcast-Manier haben wir vier verschiedene HDR-Standards eingeführt", sagt Graham Sharp, VP of Sales and Marketing bei BCNEXXT. „Die Formate selbst sind relativ einfach zu verstehen. Die eigentliche Komplexität liegt in der Cross-Conversion und dem gleichzeitigen Management von HDR und SDR."
Workflow statt Feature-Liste
BCNEXXTs Ansatz priorisiert die Workflow-Architektur gegenüber universeller HDR-Unterstützung. Die aktuellen Deployments konzentrieren sich darauf, Live-HLG-Feeds direkt zu empfangen und auszuspielen, während dateibasierte Inhalte vor dem Playout in HLG gerendert werden. In vielen Fällen liefern Kunden einen parallelen SDR-Feed vom Veranstaltungsort, wodurch unnötige HDR-zu-SDR-Konvertierungen in der Playout-Kette entfallen.
„Diese Roundtrip-Konvertierung ist der Punkt, an dem Risiken entstehen", erklärt Sharp. „Bei der HDR-Implementierung geht es um den Workflow und darum, unnötige Formatwechsel und Cross-Conversion zu minimieren."
Individuelle Konfiguration
Vipe wird je nach Betriebsmodell, Distributionsendpunkten und kommerziellen Anforderungen des jeweiligen Broadcasters konfiguriert. Im Zentrum steht: HDR dort unterstützen, wo es messbaren Produktionswert liefert, unnötige Konvertierungsschritte vermeiden und HDR- sowie SDR-Dienste ohne zusätzliche Workflow-Belastung koexistieren lassen.
„Unser Ansatz ist kundengesteuert", so Sharp. „Einfach universelle HDR-Unterstützung zu behaupten, geht am Kern vorbei. Jede Broadcaster-Umgebung ist anders. Die Implementierung muss das widerspiegeln."