Sony erneuert seine digitale Drahtlosmikrofon-Serie DWX. Mit dem Bodypack-Sender DWT-B40 und dem Rack-Empfänger DWR-R40Q kommen die ersten Komponenten der vierten Generation. Sony hat dafür unter anderem die HF-Technik überarbeitet und die Einrichtung und Kopplung der vier Empfangskanäle vereinfacht.
Die neue Generation bleibt mit DWX-Systemen der zweiten und dritten Generation kompatibel. Bestehende Sender und Empfänger können damit zusammen mit den neuen Komponenten eingesetzt werden. Weitere Produkte der bisherigen Generationen will Sony nach und nach auf Generation 4 umstellen.
Für die Funkübertragung setzt Sony weiterhin auf ein Narrowband-System mit 200 kHz belegter Bandbreite. Sony nennt einen Kanalabstand von 375 kHz und damit bis zu 21 Kanäle innerhalb eines 8-MHz-Bereichs. Ein neuer hochlinearer Verstärker soll Intermodulationsprodukte zusätzlich reduzieren. Der europäische Empfänger deckt den Frequenzbereich von 470 bis 694 MHz ab.
Auch das Setup direkt am Empfänger hat Sony überarbeitet. Vier Kanäle lassen sich über einen geführten Quick-Setup-Prozess in acht Bedienschritten einrichten. Nach Angaben von Markus Warlich, Pro Audio Lead bei Sony Europe, dauert die Einrichtung damit weniger als eine Minute. Die Wireless-Studio-Software kann weiterhin für umfangreichere Konfigurationen genutzt werden.

DWT-B40 zeichnet intern mit 32-Bit-Float auf
Zusätzlich zur Funkübertragung kann der DWT-B40 das Audiosignal jetzt intern mit 32-Bit-Float aufzeichnen. Dafür besitzt der Bodypack-Sender einen microSD-Steckplatz für Karten mit bis zu 2 TB. Sony gibt damit eine mögliche Aufzeichnungsdauer von mehr als 1.000 Stunden an. Aufgezeichnet wird im Broadcast-Wave-Format mit Timecode.

Für die 32-Bit-Float-Aufzeichnung arbeitet Sony mit zwei 24-Bit-A/D-Wandlern mit unterschiedlichen Verstärkungsbereichen. Ein eigener Algorithmus führt deren Signale zusammen und soll dabei zusätzliche Störgeräusche am Übergang zwischen den beiden Bereichen vermeiden.
„Mit der vierten Generation unserer DWX-Serie machen wir fortschrittliche Funktechnologie intuitiver und zugänglicher, ohne dabei Abstriche bei der Zuverlässigkeit zu machen.“
Markus Warlich
Der Timecode lässt sich derzeit über USB-C in den DWT-B40 übernehmen. Sony arbeitet außerdem daran, die Timecode-Synchronisation künftig über Cross Remote direkt von kompatiblen Camcordern zum Sender zu ermöglichen.
Bei der Stromversorgung unterstützt der Bodypack-Sender neben AA/LR6-Batterien auch den Sony-Akku NP-BX1. Mit diesem kann das System statt eines einfachen Batteriesymbols auch die verbleibende Laufzeit anzeigen. Der Sender bietet zudem +48-V-Phantomspeisung über seinen dreipoligen LEMO-Anschluss.
Vier Empfangskanäle auf einer Höheneinheit
Der DWR-R40Q bringt vier Empfangskanäle in einem 1-HE-Gehäuse unter. Für besonders anspruchsvolle HF-Situationen kann der Empfänger von vier auf zwei Kanäle umgeschaltet werden. Dann stehen vier HF-Eingänge für den Betrieb mit vier Antennen zur Verfügung.
Für die Einbindung in IP-Audio-Infrastrukturen verfügt der Empfänger über Dante mit vier Ethernet-Anschlüssen. Damit sind unter anderem Primary- und Secondary-Verbindungen sowie Daisy-Chaining möglich. Daneben stehen analoge Audioausgänge und AES3 zur Verfügung.
Sony hat auch sein Cross-Remote-System überarbeitet. Die bidirektionale Fernsteuerung der Bodypacks arbeitet weiterhin mit Zigbee, die Reichweite soll mit neuer Antenne und Software von bislang etwa 15 bis 20 Metern auf bis zu 50 Meter steigen. Statusinformationen der Sender werden unabhängig davon über die UHF-Verbindung zum Empfänger übertragen.
DWT-B40 und DWR-R40Q sollen voraussichtlich im Februar 2027 erhältlich sein. Sony zeigt beide Geräte auch auf der IBC2026 in Amsterdam.