Sony erhält einen Technology & Engineering Emmy Award für seine Beiträge zur Entwicklung und Verbreitung der Networked Media Open Specifications (NMOS). Die National Academy of Television Arts & Sciences (NATAS) würdigt damit die Arbeit des Unternehmens an einem offenen Standard, der heute in zahlreichen IP-basierten Broadcast-Infrastrukturen zum Einsatz kommt. Die Auszeichnung geht auch an die Advanced Media Workflow Association (AMWA), die BBC und Streampunk Media.
Von Sonys Implementierung zum offenen Standard
NMOS beschreibt, wie sich Geräte unterschiedlicher Hersteller in IP-Netzwerken erkennen, registrieren und steuern lassen. Während SMPTE ST 2110 die Übertragung von Video-, Audio- und Metadatensignalen über IP-Netzwerke definiert, ergänzt NMOS diese Infrastruktur um Funktionen für Discovery und Connection Management. Damit können beispielsweise Kameras, Bildmischer und Monitore verschiedener Hersteller in einer gemeinsamen Produktionsumgebung zusammenarbeiten.
Sony beteiligt sich seit 2016 an den NMOS-Aktivitäten der AMWA. Einen wichtigen Beitrag leistete das Unternehmen mit der Veröffentlichung seiner eigenen NMOS-Implementierung als Open-Source-Software. Daraus entwickelte sich eine Referenzimplementierung, die andere Hersteller für die Entwicklung und Prüfung ihrer Produkte nutzen konnten.
Die Bereitstellung des Quellcodes erleichterte es insbesondere Herstellern, NMOS-Unterstützung in ihre Systeme zu integrieren, ohne sämtliche Funktionen selbst entwickeln zu müssen. Sony wurde 2017 in den Vorstand der AMWA gewählt und arbeitet seither an der Weiterentwicklung der Spezifikationen mit.
NMOS in Sonys Broadcast-Portfolio
Inzwischen unterstützt Sony NMOS in verschiedenen Produkten seines NetworkedLive-Portfolios. Dazu gehören die Studiokameras der HDC-Serie, Kameraadapter der HDCE-Serie sowie die Bildmischer MLS-X1 und XVS. Auch die BVM-Referenzmonitore und die Nevion-Produkte VideoIPath und Virtuoso unterstützen die Spezifikationen.
Für Broadcaster ist die herstellerübergreifende Steuerung vor allem beim Aufbau größerer IP-Infrastrukturen relevant. Sie ermöglicht es, Geräte unterschiedlicher Anbieter in gemeinsame Managementsysteme einzubinden. Damit sinkt die Abhängigkeit von proprietären Steuerungsprotokollen einzelner Hersteller.
„Durch die Veröffentlichung unserer Referenzimplementierung als Open Source und die enge Zusammenarbeit mit der AMWA, der BBC, Streampunk Media und weiteren Branchenpartnern haben wir dazu beigetragen, ein Ökosystem zu schaffen, in dem Interoperabilität zwischen Lösungen unterschiedlicher Hersteller selbstverständlich geworden ist“, sagt Ryoichi Sakuragi, Head of Real Content Solutions Business bei Sony. Die Veröffentlichung der Referenzimplementierung als Open Source habe dazu beigetragen, ein Ökosystem aufzubauen, in dem Produkte verschiedener Hersteller miteinander arbeiten können.
Preisverleihung in Los Angeles
Die Technology & Engineering Emmy Awards zeichnen technische Entwicklungen und Standardisierungsleistungen aus, die die Fernsehbranche wesentlich beeinflusst haben. Über die Vergabe entscheidet ein Gremium aus Ingenieuren der Broadcast-Industrie. Die Preisverleihung ist für den heutigen 14. Oktober 2026 in Los Angeles angesetzt.
Für Sony ist es nicht die erste Auszeichnung dieser Art. Bereits 2016 wurde die 4K-Systemkamera HDC-4300 prämiert. Ein Jahr später erhielt das Unternehmen einen Corporate Award für seine Beiträge zur Broadcast-Technologie. 2021 folgte eine Auszeichnung für die OLED-Referenzmonitore der BVM-Serie.