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ARRI Film Lab simuliert jetzt 8 bis 65 mm

ARRI erweitert sein OpenFX-Plug-in Film Lab in Version 1.5 um zusätzliche Filmformate, neue Einstellungen für Filmkorn und Halation sowie eine deutlich höhere Verarbeitungsgeschwindigkeit. Auch die Integration in ACES-Workflows wurde verbessert.

ARRI Film Lab simuliert jetzt 8 bis 65 mm
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ARRI hat Version 1.5 seines Film Lab veröffentlicht. Das OpenFX-Plug-in, mit dem sich digitale Aufnahmen um die charakteristischen Eigenschaften analoger Filmaufnahmen ergänzen lassen, unterstützt jetzt vier Filmformate und bietet zusätzliche Möglichkeiten zur Anpassung von Filmkorn, Schärfeeindruck und Halation. Gleichzeitig hat ARRI die Verarbeitungsgeschwindigkeit deutlich erhöht.

Film Lab wurde im November 2025 vorgestellt und richtet sich an Coloristen und Filmschaffende, die analoge Filmlooks in digitalen Postproduktionsworkflows einsetzen möchten. Das Plug-in funktioniert mit RGB-Material unterschiedlicher Kamerahersteller und lässt sich unter anderem in DaVinci Resolve, Baselight und Nuke verwenden.

Vier Filmformate und mehr Kontrolle über das Filmkorn

Während die bisherigen Filmlooks auf 35-mm-Film basierten, stehen mit Version 1.5 auch 8 mm, 16 mm und 65 mm zur Auswahl. Damit lassen sich unterschiedliche Filmästhetiken als Ausgangspunkt für die weitere Bildgestaltung verwenden.

Zwei neue Parameter erlauben es, diese Vorgaben individuell anzupassen. Über „Grain Size“ lässt sich die Größe des simulierten Filmkorns verändern, während „Rendition of Detail“ den wahrgenommenen Schärfeeindruck beeinflusst. Beide Einstellungen bieten einen Wertebereich von 0,75 bis 1,5. Dadurch können Coloristen auch Looks entwickeln, die zwischen den typischen Eigenschaften der einzelnen Filmformate liegen.

Weitere Neuerungen betreffen die Simulation anamorphotischer Aufnahmen. Mit dem Parameter „Anamorphic Ratio“ stehen acht Stauchungsfaktoren zwischen 1,25x und 2,0x zur Verfügung. Damit lässt sich die horizontale Ausdehnung von Filmkorn und Halation an unterschiedliche anamorphotische Objektive anpassen.

Auch die Halation selbst kann genauer gesteuert werden. Der neue Parameter „Halation Spread“ verändert die Ausdehnung des charakteristischen Lichtsaums, der bei analogem Film insbesondere um helle Bildbereiche und kontrastreiche Kanten entsteht.

Halation Beispielbild
Halation kann bei analogem Film als rötlicher Lichtsaum um helle Bildbereiche sichtbar werden. Mit Film Lab 1.5 erweitert ARRI die Möglichkeiten, diesen Effekt digital nachzubilden und anzupassen. ©Epson V600/Unsplash

Auf Rückmeldungen von Anwendern reagiert ARRI zudem mit größeren Einstellbereichen für zwei bestehende Funktionen. Die Intensität von Filmkorn und Halation lässt sich nun jeweils zwischen 0,0 und 2,0 regulieren. Bislang lag der Maximalwert bei 1,0. Die vorhandenen Einstellungen für Negativfilmmaterial, Kopierverfahren und Gate Weave bleiben erhalten.

Schnellere Verarbeitung und ACES 2.0

Neben den gestalterischen Funktionen hat ARRI die Performance des Plug-ins überarbeitet. Film Lab 1.5 soll Bilder bis zu viermal schneller verarbeiten als die Vorgängerversion. Dadurch wird die flüssige Echtzeitwiedergabe von 4K-Material auf einer größeren Zahl von Systemen möglich, darunter auch MacBook-Pro-Modelle mit Apple Silicon.

Für die Integration in farbverwaltete Postproduktionsumgebungen unterstützt Film Lab 1.5 jetzt außerdem ACEScc und ACEScct auf Basis von ACES 2.0 als Ein- und Ausgabeoptionen. Das ist insbesondere für Workflows in DaVinci Resolve und Baselight relevant.

In Baselight unterstützt das Plug-in zudem das Farbmanagement über OpenFX 1.5. Film Lab kann dadurch den Farbraum der Timeline automatisch übernehmen und die passende Eingangstransformation verwenden. Die bisher erforderliche manuelle Auswahl des Farbraums im Plug-in entfällt.

ARRI Film Lab 1.5 ist ab sofort über RE Effects erhältlich. Bestehende Lizenzinhaber können kostenlos auf die neue Version aktualisieren. Neukunden stehen verschiedene Lizenzmodelle zur Verfügung, darunter zeitlich begrenzte und dauerhafte Lizenzen.

Niklas Eckstein

Niklas Eckstein

Fachjournalist in der Medien- und Broadcast-Branche mit den Schwerpunkten Live-Produktion und Medientechnik. Chefredakteur von mebucom.de.

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