Film- und Fernsehbranche blickt mit Sorge auf 2024 

Mehr als die Hälfte aller Produktionsunternehmen beurteilt die wirtschaftliche Lage als schlecht oder sehr schlecht, so das Ergebnis der Herbstumfrage der Produzentenallianz.

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Björn Böhning, Sprecher des Vorstands der Produzentenallianz
Björn Böhning, Sprecher des Vorstands der Produzentenallianz © Thomas Kierok

Laut der diesjährigen Umfrage unter den Produktionsunternehmen der Allianz Deutscher Produzenten – Film und Fernsehen (Produzentenallianz) schauen Filmschaffende und Produktionsunternehmen mit großer Sorge auf das kommende Jahr. 56 Prozent der Unternehmen schätzen die allgemeine wirtschaftliche Lage aktuell als schlecht oder sehr schlecht ein. Fast jedes zweite Unternehmen verzeichnet Auftragsrückgänge, die Umsatzerwartungen für 2024 sinken weiter. Nur 2 Prozent glauben, dass die allgemeine Lage im kommenden Jahr gut oder sehr gut sein wird.

Björn Böhning, CEO und Sprecher des Gesamtvorstands der Produzentenallianz: „Wir sehen eine dramatische Eintrübung der konjunkturellen Lage der Filmwirtschaft. Die Produzentenallianz fordert mit Nachdruck drei Säulen aus Investitionsverpflichtung einschließlich Rechterückbehalt, einem international wettbewerbsfähigen Steueranreizmodell und der zügigen Reform des Filmfördergesetzes.”

Deutliche Auftragsrückgänge für Film- und Fernsehbranche in 2023

Ein Grund für die schlechte Aussicht sind signifikante Auftragsrückgänge. 45 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass ihr diesjähriger Umsatz im Verhältnis zu den Vorjahren gesunken ist.

Die Unternehmensgewinne bleiben im Vergleich zum Vorjahr auf einem im Durchschnitt niedrigen Niveau (Median: 2,5 – 5%). Dabei ist der Anteil der Unternehmen, die entweder rote Zahlen geschrieben haben oder nur Gewinnmargen bis zu 5% hatten, von etwa der Hälfte der befragten Unternehmen auf 68% gestiegen. Fiction-produzierende Filmfirmen bewegen sich stärker im Bereich prekärer Gewinnmargen als Non-Fiction-Hersteller.

Wie auch in den vergangenen Jahren sind ARD (34%) und ZDF (30%) die zentralen Auftraggeber der Unternehmen in der Stichprobe, gefolgt von der RTL-Gruppe, den internationalen Streamern (beide 8%) und ProSiebenSat.1 (6%). Betrachtet man nur die Fiction-Genres, liegen die internationalen Streamer mit 10% deutlich vor der RTL-Gruppe (4%) und dem ProSiebenSat.1-Konzern (1%).

Die Herbstumfrage ist die jährliche Mitgliederbefragung der Produzentenallianz, für die 329 Mitglieder im Zeitraum zwischen dem 19.10.2023 und dem 18.11.2023 befragt wurden. Weitere Informationen zur Herbstumfrage sind hier abrufbar.