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Netflix steigt aus Bieterwettstreit um Warner Bros. Discovery aus

Netflix verzichtet darauf, sein Angebot für Warner Bros. Discovery nachzubessern. Paramount Skydance bleibt damit als einziger Bieter im Rennen um den Medienkonzern.

Logos von Netflix, WB und Paramount
Netflix zieht sich aus dem Bieterwettstreit um Warner Bros. Discovery zurück – Paramount Skydance ist nun einziger Bieter.

Netflix hat am 26. Februar 2026 offiziell erklärt, sein bestehendes Übernahme-Angebot für Warner Bros. Discovery nicht zu erhöhen. Zuvor hatte der Verwaltungsrat von Warner Bros. Discovery (WBD) das überarbeitete Gebot von Paramount Skydance als „Company Superior Proposal" eingestuft – ein vertraglich definierter Begriff, der Netflix eine Frist von vier Geschäftstagen einräumte, um ein Gegenangebot vorzulegen. Netflix ließ diese Frist nicht verstreichen, sondern reagierte noch am selben Tag.

Paramounts Angebot im Detail

Der WBD-Verwaltungsrat bezifferte in seiner Mitteilung die wesentlichen Konditionen des Paramount-Angebots: einen Kaufpreis von 31,00 US-Dollar pro WBD-Aktie in bar, eine vierteljährliche Nachzahlung von 0,25 US-Dollar pro Aktie ab dem 30. September 2026, eine Regulierungs-Abbruchgebühr von 7 Milliarden US-Dollar für den Fall, dass die Transaktion an kartellrechtlichen Hürden scheitert, sowie die Übernahme der Breakup Fee von 2,8 Milliarden US-Dollar, die WBD an Netflix bei Auflösung des bestehenden Vertrags zahlen müsste.

Darüber hinaus haben sich Larry Ellison und ein zugehöriger Trust verpflichtet, zusätzliches Eigenkapital bereitzustellen, soweit dies für die von Paramounts Kreditgebern geforderte Solvabilitätsbescheinigung erforderlich ist.

Netflix hatte im Dezember 2025 einen Vertrag zur Übernahme der Studio- und Streaming-Sparte von WBD geschlossen – für 27,75 US-Dollar pro Aktie bei einem Unternehmenswert von rund 82,7 Milliarden US-Dollar.

Netflix begründet den Rückzug

Die Netflix Co-CEOs Ted Sarandos und Greg Peters erklärten in ihrem offiziellen Statement: „Die von uns ausgehandelte Transaktion hätte Mehrwert für die Aktionäre geschaffen und einen klaren Weg zur regulatorischen Genehmigung geboten. Wir waren jedoch immer diszipliniert, und zu dem Preis, der nötig wäre, um das jüngste Angebot von Paramount Skydance zu erreichen, ist der Deal finanziell nicht mehr attraktiv. Wir lehnen es daher ab, das Gebot von Paramount Skydance zu überbieten."

Die Übernahme von Warner Bros. sei stets „schön zu haben zum richtigen Preis, aber kein Muss um jeden Preis" gewesen, so Sarandos und Peters weiter. Netflix betonte, das eigene Geschäft sei „gesund, stark und wachse organisch". Für das laufende Jahr kündigte das Unternehmen Investitionen von rund 20 Milliarden US-Dollar in Filme und Serien an. Zudem werde das Aktienrückkaufprogramm wieder aufgenommen.

Deal noch nicht abgeschlossen

Der WBD-Verwaltungsrat stellte in seiner Mitteilung ausdrücklich klar, dass der bestehende Merger-Vertrag mit Netflix formal weiterhin in Kraft ist und die Empfehlung des Boards zugunsten der Netflix-Transaktion nicht zurückgezogen wurde. Dieser formal-juristische Zustand besteht, solange der Vertrag mit Netflix nicht offiziell gekündigt ist. Mit dem Rückzug von Netflix steht Paramount Skydance jedoch als einziger verbleibender Bieter fest. Die konkreten Vertragsdetails zwischen Paramount und WBD müssen noch finalisiert werden.

Niklas Eckstein

Niklas Eckstein

Fachjournalist in der Medien- und Broadcast-Branche mit den Schwerpunkten Live-Produktion und Medientechnik. Chefredakteur von mebucom.de.

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