Die Partnerschaft ist bemerkenswert, weil ARRI damit einen Markt betritt, den das Unternehmen bislang nicht bedient hat. Gleichzeitig bleibt das Kerngeschäft unangetastet: ARRI baut keine günstigeren Kameras, sondern gibt Know-how weiter. Für das zuletzt wirtschaftlich angeschlagene Unternehmen ermöglicht eine Lizenzvereinbarung dieser Art neue Einnahmen, ohne das eigene Produktportfolio oder die Markenpositionierung im professionellen Segment zu verändern.
Smartphones auf dem Filmset
Dass ARRI ausgerechnet den Smartphone-Markt wählt, hat einen konkreten Hintergrund. Managing Director David Bermbach verweist darauf, dass „Smartphones heute bereits ein ernstzunehmendes Werkzeug in der professionellen Filmproduktion sind und bei Blockbustern weltweit eingesetzt werden." Wenn mobile Geräte ohnehin auf Filmsets auftauchen, so die Überlegung, dann sollen sie auch mit entsprechender Bildqualität arbeiten können.

Die technische Umsetzung erfordert allerdings einen grundlegend anderen Ansatz als im Kamerabau. Benedikt von Lindeiner, Vice President bei ARRI und verantwortlich für die Kooperation, stellt klar, dass es nicht darum gehe, eine Alexa im Taschenformat zu bauen: „Die Herausforderung besteht nicht darin, Kino-Hardware zu replizieren, sondern die zugrundeliegenden Prinzipien in kompakte Echtzeit-Architekturen zu übersetzen." Als Zielgrößen nennt er natürliche Farbwiedergabe, weiche Highlight-Übergänge und eine authentische Bildtiefe. Zusätzlich soll Material vom Smartphone nahtlos in professionelle Postproduktions-Workflows überführt werden können.
HONOR positioniert sich im Premium-Segment
Für HONOR ist die Partnerschaft Teil einer Differenzierungsstrategie, die im Smartphone-Markt etabliert ist: Huawei und Xiaomi arbeiten mit Leica, Vivo mit Zeiss, OnePlus mit Hasselblad. Mit ARRI holt sich HONOR einen Partner, dessen Name im Kino-Segment eine besondere Stellung einnimmt. CEO James Li positioniert die Zusammenarbeit entsprechend: „ARRI hat die visuelle Sprache des Kinos über Generationen geprägt. Durch diese Kooperation bringen wir diese cinematischen Standards in die mobile Bildaufnahme."
Das Robot Phone soll im Laufe des Jahres 2026 auf den Markt kommen.