Der Deutsche Produzententag 2026 fand unter dem Motto „Gemeinsam stärker: Deutschlands Filmwirtschaft im internationalen Wettbewerb" in Berlin statt. Die Produktionsallianz begrüßte hochrangige Gäste aus Politik und Filmwirtschaft, darunter Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil. Die Konferenz gilt als größte film- und medienpolitische Fachveranstaltung in Deutschland.
Müntefering: Kompromiss ermöglicht Partnerschaft
Michelle Müntefering, CEO der Produktionsallianz, begrüßte in ihrer Eröffnungsrede die beschlossene Investitionsverpflichtung für Streaming-Anbieter. „Das Modell, das nun vorliegt, ist ein Kompromiss, der Partnerschaft ermöglicht und mehr Fairness schafft", sagte Müntefering. Was die Produzenten überzeuge, sei der starke Rechterückbehalt, wenngleich man sich eine höhere Investitionsquote gewünscht hätte. „Wir Produzentinnen und Produzenten übernehmen Verantwortung."
Weimer fordert mehr Orientierung am Publikum
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer verwies in seiner filmpolitischen Rede auf die Verdopplung der wirtschaftlichen Filmförderung und den Investitionspakt. „Mit der Verdopplung der wirtschaftlichen Filmförderung plus Investitionspakt setzt die Bundesregierung einen echten Paukenschlag in die deutsche Filmindustrie", so Weimer. Zudem habe man die kulturelle Filmförderung neu organisiert, die Talentförderung gestartet und eine neue kulturelle Kinoförderung auf den Weg gebracht.
Weimer forderte die Branche auf, den „Filmbooster" gemeinschaftlich zu nutzen und den Wettbewerb mit der internationalen Konkurrenz anzunehmen. Dafür brauche es mehr Orientierung am Publikumserfolg. „Dieser Anspruch ist keine reine Marktfixierung, sondern trägt auch eine demokratische Qualität in sich."
Klingbeil: Wer Geschäfte macht, muss Beitrag leisten
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil betonte die Bedeutung des Filmstandorts Deutschland. „Wer am deutschen und europäischen Filmmarkt gute Geschäfte macht, der muss hier auch seinen Beitrag leisten", sagte Klingbeil. Man wolle, dass mehr Aufträge nach Deutschland und Europa gehen und europäische Inhalte gestreamt werden. Die Verdopplung der Filmförderung und der Investitionspakt verbesserten die Rahmenbedingungen für die deutsche und europäische Filmbranche.

Podiumsdiskussionen zu KI und Kinofilm
Das Programm umfasste mehrere Keynotes und Podiumsdiskussionen. Amanda Borghino, Deputy General Delegate des französischen Produzentenverbands USPA, und Matthew Deaner, CEO von Screen Producers Australia, gaben internationale Einblicke. Marco Giordani, CEO von ProSiebenSat.1, sprach in einem Podiumstalk.
Eine Gesprächsrunde widmete sich dem Thema Künstliche Intelligenz in der Film- und Serienproduktion. Auf dem Podium diskutierten Jörg Schönenborn vom WDR, Hauke Bartel von RTL Deutschland, Andreas Grün vom ZDF und Arne Neumann von ProSiebenSat.1. Die Moderation übernahm Nadine Justus von der Produktionsallianz.
Zum Thema Kinofilmproduktion sprachen Christine Berg vom HDF Kino, Alice von Einem von Epsilon Film, Christoph Gröner vom Filmfest München und Benjamin Herrmann vom Majestic Verleih. Die Runde moderierte Janine Jackowski von der Produktionsallianz.