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Sony und Reuters sichern C2PA-Daten im News-Workflow

Sony und Reuters demonstrieren auf der IBC2026 einen Near-Live-News-Workflow, der C2PA-Informationen von der Kamera über Bearbeitung und Verpackung bis zur Distribution erhalten soll.

Sony und Reuters zeigen C2PA-Demo
Sony und Reuters führen C2PA-Informationen im demonstrierten Near-Live-Workflow von der Aufnahme bis zur Distribution mit. ©Sony/Reuters (Logos)

Der Herkunftsnachweis eines Videos soll bei Sony und Reuters künftig nicht an der Kamera enden. Auf der IBC2026 demonstrieren beide Unternehmen einen Near-Live-Workflow, bei dem C2PA-Informationen von der Aufnahme über Transfer und Bearbeitung bis zur Distribution mitgeführt werden. Sony und Reuters bezeichnen den Aufbau als weltweit ersten Workflow dieser Art.

Ausgangspunkt ist der Sony PXW-Z300. Der Camcorder zeichnet C2PA-Metadaten direkt in die Videodateien und gibt sie beim Near-Live-Dateitransfer mit. C2PA steht für Coalition for Content Provenance and Authenticity; der offene Standard dient dazu, Herkunft und Bearbeitungsschritte digitaler Inhalte nachvollziehbar zu dokumentieren.

Im demonstrierten Workflow gelangen die übertragenen Dateien anschließend in einen TAMS-Speicher nach Spezifikation V8.2. Die verwendete Spezifikation legt unter anderem fest, wie fragmentierte MP4-Segmente verarbeitet werden, ohne die eingebetteten C2PA-Informationen zu verlieren.

Reuters übernimmt C2PA-Daten in die weitere Bearbeitung

Reuters ruft die Near-Live-Dateisegmente einschließlich der C2PA-Daten aus TAMS ab. Bearbeitung und Verpackung erfolgen anschließend auf kompatiblen Plattformen wie Media Backbone Hive. Entscheidend für den demonstrierten Ablauf ist dabei weniger ein einzelner Produktionsschritt als der Erhalt der Herkunftsinformationen beim Wechsel zwischen Kamera, Transfer, Speicher und nachgelagerten Produktionssystemen.

Zusätzlich setzt der Workflow auf digitale Wasserzeichen. Gehen C2PA-Metadaten während der Verarbeitung verloren, sollen sich die ursprünglichen Herkunftsinformationen darüber wiederherstellen lassen.

„Offene Standards wie C2PA sind unverzichtbar – aber sie funktionieren nur, wenn die Informationen den Weg von der Kamera bis zum Kunden überstehen“, sagt Joe Delshadian, Director of Content Distribution bei Reuters.

C2PA muss Produktionsprozesse überstehen

Sony hatte mit dem PXW-Z300 bereits die Aufzeichnung von C2PA-Metadaten in der Kamera umgesetzt. Der gemeinsam mit Reuters aufgebaute Workflow zieht diese Informationen nun durch weitere Stufen einer Nachrichtenproduktion. Gerade dort liegt die praktische Hürde: Ein Herkunftsnachweis, der beim Ingest, beim Schnitt oder beim Verpacken verloren geht, erreicht die Distribution nicht.

„Damit Authentizitätstechnologien im Journalismus echte Wirkung entfalten, müssen sie im realen Redaktionsbetrieb funktionieren, nicht nur im Moment der Aufnahme“, sagt Ryoichi Sakuragi, Head of News Solution Business bei der Sony Corporation. Im gemeinsamen Aufbau mit Reuters blieben die Authentizitätsinformationen auch während Near-Live-Transfer und Produktionsprozessen erhalten.

Der Workflow wird während der IBC2026 vom 11. bis 14. September im RAI Amsterdam am Sony-Stand in Halle 13 und am Reuters-Stand in Halle 5 demonstriert.

Isabel Gauger

Isabel Gauger

Isabel Gauger verantwortet bei mebucom Marketing und Kooperationen. Als Autorin berichtet sie außerdem über Branchenevents und ausgewählte Technikthemen.

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