Apple hat neue MacBook-Pro-Modelle mit Tandem-OLED-Display und erstmals Touch-Bedienung vorgestellt. Für die Postproduktion sind vor allem der erweiterte Farbraum, die Kalibrierungsmöglichkeiten und die Integration der Touch-Funktionen in Kreativprogramme interessant. Die Geräte mit M5 Pro oder M5 Max werden ab dem 6. November 2026 ausgeliefert und sind seit dem 28. Oktober vorbestellbar.
OLED-Display für HDR und Farbkorrektur
Das als PROLED XDR bezeichnete Display bietet bis zu 2.000 Nits Spitzenhelligkeit bei HDR- und SDR-Inhalten sowie ein Kontrastverhältnis von 10.000.000:1. Neben P3 deckt es nun auch Adobe RGB ab; für die HDR-Bearbeitung und das Color Grading nennt Apple eine Abdeckung von mehr als 80 Prozent des Rec.-2020-Farbraums. Die adaptive Bildwiederholrate reicht dabei von 10 bis 120 Hz.
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Für die Arbeit mit definierten Darstellungsbedingungen stehen Referenzmodi unter anderem für Kino, Fotografie und Druck bereit. Über den Apple Pro Display Calibrator lässt sich das Panel auf bestimmte Referenzwerte kalibrieren. Bereits ab Werk werden Leuchtdichte, Weißpunkt und Farbraum abgestimmt. Apple positioniert das Display damit für die mobile Bildbeurteilung bis hin zu Aufgaben, bei denen Farbgenauigkeit entscheidend ist.
Die Display Engine regelt Farbe und Leuchtdichte jedes Pixels abhängig von Inhalt, Nutzung, Temperatur und Umgebung. Sie berücksichtigt auch die Nutzungshistorie der einzelnen Pixel, um die Bildqualität langfristig zu erhalten. Optional ist sogenanntes Nanotexturglas zur weiteren Reduzierung von Reflexionen erhältlich. Für Einsätze vor der Kamera unterstützt das MacBook Pro außerdem Genlock: Die Bildwiederholrate lässt sich mit der Kameraaufnahme synchronisieren, um Bildartefakte beim Abfilmen zu minimieren. Voraussetzung ist kompatible Hard- und Software anderer Anbieter.

Clips verschieben und Instrumente direkt spielen
Im Schnitt ergänzt die neue Touch-Bedienung des Displays die Arbeit mit Tastatur und Trackpad. In Final Cut Pro können Cutter Bereiche direkt auf dem Display markieren, Clips platzieren und mit zwei Fingern in einen Schnitt hineinzoomen. Pixelmator Pro nutzt die berührungsempfindliche Arbeitsfläche zum Zeichnen, Malen und Auswählen. Der Touch-Sensor ist in das Displaypanel integriert; ein überarbeitetes Scharnier soll das Gerät bei der Bedienung besser stabilisieren.
Für die Musikproduktion erhält Logic Pro eine polyphone Multi-Touch-Tastatur sowie Akkord- und Drum-Pads auf dem Bildschirm. Damit lassen sich Software-Instrumente unmittelbar am Rechner spielen. Die entsprechenden Updates für Apple Creator Studio sollen im November erscheinen und sind für bestehende Abonnenten kostenlos.
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Auch DaVinci Resolve, Adobe Lightroom, Blender, Cinema 4D, ZBrush und die Musiksoftware djay Pro gehören zu den angekündigten Anwendungen mit Touch-Unterstützung. Die entsprechenden Apps sollen später im Jahr verfügbar werden. Davon zu unterscheiden ist die allgemeine Bedienung bestehender Programme: macOS interpretiert Berührungen automatisch als Klicks, während Entwickler über aktualisierte APIs gezielt angepasste Touch-Funktionen umsetzen können.
Speicher, Anschlüsse und mobiler Arbeitsplatz
Die Modelle mit M5 Pro und M5 Max lassen sich mit bis zu 128 GB gemeinsamem Arbeitsspeicher und nun bis zu 16 TB internem Speicher konfigurieren. Für 3D- und VFX-Anwendungen verfügen die GPUs über eine Raytracing Engine der dritten Generation; in jeden GPU-Kern ist zudem ein Neural Accelerator für KI-Berechnungen integriert.
Drei Thunderbolt-5-Anschlüsse, HDMI, ein SDXC-Kartensteckplatz und ein Kopfhöreranschluss bilden die Schnittstellen zu Peripherie und Medien. Zusätzlich zum eingebauten Panel unterstützt der M5 Pro bis zu drei externe Displays, der M5 Max bis zu vier.
Das überarbeitete Audiosystem umfasst jetzt sechs Lautsprecher mit neuen Tief- und Hochtönern sowie die Wiedergabe von 3D Audio mit Dolby Atmos. Eine neue Audioabstimmung berücksichtigt den Betrieb mit geschlossenem Deckel an einem externen Display.

Wer mit seinem MacBook Pro häufig unterwegs ist, wird sich freuen – das Gewicht sinkt auf 1,38 kg beim 14-Zoll-Modell und 1,82 kg beim 16-Zoll-Modell; die Bildschirmdiagonalen betragen dabei exakte 14,2 beziehungsweise 16,3 Zoll.
Die Preise beginnen inklusive Mehrwertsteuer bei 3.299 Euro für das kleinere Modell mit M5 Pro und bei 3.899 Euro für die größere Variante. Mit M5 Max liegen die Einstiegspreise bei 5.119 beziehungsweise 5.599 Euro.
Wer den neuen M6 Chip im MacBook Pro ins Auge fasst, muss, zumindest zunächst, auf das PROLED XDR Display verzichten.