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ProSiebenSat.1 senkt Umsatzprognose trotz Ergebnisplus

Das EBITDA steigt trotz sinkender Erlöse auf 198 Millionen Euro. Dazu tragen auch geringere Programmkosten infolge geänderter Abschreibungen bei.

Regie von ProSiebenSat.1
Die Programmkosten von ProSiebenSat.1 sanken in den ersten neun Monaten 2026 um 126 Millionen auf 588 Millionen Euro. ©ProSiebenSat.1

ProSiebenSat.1 korrigiert seine Umsatzerwartung für 2026 nach unten: Statt eines leichten organischen Wachstums rechnet der Konzern nun mit einem leichten Rückgang. Grund ist das anhaltend schwierige wirtschaftliche Umfeld mit einer schwachen Nachfrage im TV-Werbemarkt. Die Ergebnisprognose bleibt dagegen bestehen. Nach vorläufigen Zahlen stieg das EBITDA in den ersten neun Monaten um 159 Millionen auf 198 Millionen Euro.

Der Konzernumsatz sank im selben Zeitraum um elf Prozent beziehungsweise 271 Millionen auf 2,244 Milliarden Euro. Neben der Marktentwicklung wirkten sich Unternehmensverkäufe aus. Bereinigt um Portfolioveränderungen und Währungseffekte betrug das Minus drei Prozent oder 63 Millionen Euro. Während die TV-Werbung unter Druck blieb, setzte flaconi sein Wachstum fort.

Geänderte Abschreibungen senken Programmkosten

Einen wesentlichen Beitrag zum Ergebnisanstieg leisteten die Programmkosten, die in den ersten neun Monaten um 126 Millionen auf 588 Millionen Euro zurückgingen. Dahinter stehen vor allem Effekte aus der im ersten Halbjahr kommunizierten Änderung der Abschreibungspraxis für Programminhalte. Zusätzlich führt ProSiebenSat.1 den Rückgang auf eine effizientere Nutzung und Vermarktung der Inhalte über verschiedene Plattformen zurück – insbesondere im Umfeld großer Sportereignisse wie der Olympischen Winterspiele und der Fußball-Weltmeisterschaft.

Zum höheren Ergebnis trugen außerdem die Auswirkungen des Restrukturierungsprogramms aus dem Vorjahr und das konzernweite Kostenmanagement bei. Auch das EBIT kehrte in den positiven Bereich zurück: Es verbesserte sich um 175 Millionen auf 67 Millionen Euro. Neben den genannten Kosteneffekten wirkten sich hier geringere Abschreibungen positiv aus, die auch mit Unternehmensverkäufen zusammenhängen.

Ergebnisziele für 2026 bleiben bestehen

„Wir haben unsere Profitabilität deutlich gesteigert, unseren Verschuldungsgrad innerhalb des Zielkorridors gehalten und sind auf Kurs, unsere Prognose für das EBITDA-Wachstum 2026 zu erreichen. Das zeigt, dass unsere Kostenmaßnahmen wirken“, sagt Bob Rajan, interimistischer Konzernfinanzvorstand von ProSiebenSat.1.

Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern weiterhin einen deutlichen EBITDA-Anstieg gegenüber den 241 Millionen Euro aus dem Jahr 2025. Auch die Prognose eines moderaten Rückgangs des unbereinigten Konzernumsatzes bleibt unverändert; im Vorjahr lag dieser bei 3,675 Milliarden Euro. Die Nettofinanzverschuldung soll zum Jahresende gegenüber den 1,343 Milliarden Euro Ende 2025 stabil bleiben, der Verschuldungsgrad zwischen dem 3,0- und 3,5-Fachen liegen. Den nun erwarteten organischen Umsatzrückgang will ProSiebenSat.1 durch eine schlanke Kostenbasis und diszipliniertes Cash-Management auffangen.

Niklas Eckstein

Niklas Eckstein

Fachjournalist in der Medien- und Broadcast-Branche mit den Schwerpunkten Live-Produktion und Medientechnik. Chefredakteur von mebucom.de.

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