ARD erweitert barrierefreie Angebote

Die ARD baut ihre barrierefreien Angebote weiter aus. Ein neuer Maßnahmenkatalog legt die Schritte bis 2025 fest. Unter anderem soll es mehr Gebärdensprache, Audiodeskription und Untertitel geben.

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Mehr barrierefreie Angebote in der ARD
Mehr barrierefreie Angebote ©ARD/rbb/Tobias Koch

Bereits 97 Prozent der Inhalte des ARD-Gemeinschaftsprogramms “Das Erste” sind untertitelt, fast 1.900 Stunden Programm wurden 2022 mit Gebärdensprachdolmetschung ausgestrahlt, darunter die Sendung “Anne Will”, “Die Sendung mit der Maus” oder auch viele Märchenfilme für Kinder. Immer mehr Text- und Audioangebote gibt es in Leichter Sprache. In den kommenden Jahren wird die ARD ihr Engagement im Bereich Barrierefreiheit weiter ausbauen.

Maßnahmenkatalog Barrierefreiheit” für Gemeinschaftsangebote bis 2025 beschlossen

Die Intendantinnen und Intendanten haben einen neuen Maßnahmenkatalog beschlossen, der den weiteren Ausbau der Barrierefreiheit in den Gemeinschaftsangeboten vorsieht. Bis zum Jahr 2025 sollen folgende Schwerpunkte des Aktionsplans schrittweise umgesetzt werden:

  • Gebärdensprache
  • Audiodeskription
  • Untertitelung
  • Angebote in einfacher bzw. leichter Sprache
  • Verwendung von Klartext zur Verbesserung der Sprachverständlichkeit
  • Nutzung von HbbTV zur Verbreitung barrierefreier Angebote
  • sowie die Barrierefreiheit des Online-Angebots, der Apps und der ARD Mediathek.

Hinzu kommen technische Projekte, die den Zugang zu den barrierefreien Angeboten der ARD erleichtern.

Barrierefrei: Tagesschau in Leichter Sprache

Laut der LEO-Studie 2018 leben in Deutschland 6,2 Millionen funktionale Analphabetinnen und Analphabeten. Sie können zwar einzelne Wörter oder Sätze lesen, haben aber Schwierigkeiten, komplexere Zusammenhänge zu erfassen. Zudem wird die Welt in der Wahrnehmung vieler Menschen immer komplizierter. Die ARD plant, eine tägliche Ausgabe der Tagesschau in Leichter Sprache zu produzieren, die das Wichtigste des Tages zusammenfasst. Geplant ist die Ausstrahlung auf tagesschau.de, tagesschau24, in der ARD Mediathek und auf den Social Media Accounts der tagesschau (tiktok, Instagram, WhatsApp).

Neu: Mehr Kindersendungen mit Gebärdensprache und Audiodeskription im Ersten

Gerade für jüngere gehörlose Kinder, die aufgrund ihres Alters noch nicht lesen können, ist es wichtig, dass sie das Programm in Gebärdensprache übersetzt bekommen. Neben der Untertitelung wird die ARD ihr Angebot hier künftig ausbauen. Einen weiteren Schwerpunkt legt die ARD auf Sendungen für blinde und sehbehinderte Kinder. Hier werden beispielsweise Kinderserien mit Audiodeskriptionen versehen. Bereits seit Januar 2023 werden Kinderserien am Sonntagvormittag in einer Hörfilmfassung produziert.

Mehr KI-gestützte Live-Untertitelung und IP-Audiosync

Die ARD wird die automatisierte Live-Untertitelung technisch ausbauen. Dabei setzt sie auf KI-gestützte Transkription. Diese kann Programminhalte wie Nachrichten oder Live-Sendungen untertiteln, die bisher aus Kostengründen nicht untertitelt werden konnten.

Das Projekt “IP-Audiosync” ermöglicht die Bereitstellung zusätzlicher Tonkanäle zur Unterstützung der Barrierefreiheit und insbesondere auch deren individuelle Nutzung über mobile Endgeräte zur Stärkung der Inklusion: Die Wiedergabe der zusätzlichen Tonversionen kann sowohl über das TV-Gerät als auch – zur individuellen Nutzung – über ein mobiles Endgerät erfolgen. Ziel ist es, diese Technik so weit zu entwickeln, dass die Tonkanäle auch bei Live-Sendungen zur Verfügung stehen.

Kosten und Zeitplan

Der oben skizzierte Aktionsplan Barrierefreiheit umfasst den Zeitraum 2023 bis 2025 und kostet rund 3,4 Millionen Euro. Die Finanzierung wird von den ARD-Anstalten gemeinsam getragen.

Neben den gemeinsam finanzierten Angeboten streben die einzelnen Landesrundfunkanstalten weitere Schritte in ihren Häusern an, um die Barrierefreiheit voranzutreiben.