Sportmedienbranche im Wandel

Die Sportmedienbranche ist im Wandel - das zeigt eine neue Studie von Altman Solon, die die technologischen Trends von morgen beleuchtet.

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Das Beratungsunternehmen Altman Solon hat die Studie „2023 Global Sports Survey“ veröffentlicht. Sie zeigt, dass die automatisierte Erstellung von Sportinhalten und Remote-Produktionstechnologien in Zukunft immer wichtiger werden.

Die jüngste Ausgabe der Studie „2023 Global Sports Survey“ von Altman Solon zeigt, dass 79 Prozent der befragten Führungskräfte im Sportsektor erwarten, dass die automatisierte Erstellung von Inhalten einen großen Einfluss auf ihr Geschäft haben wird. Darüber hinaus glauben 61 Prozent, dass Remote-Produktionstechnologien einen ebenso großen Einfluss haben werden.

Technologien in der Wertschöpfungskette

Die Studie zeigt, wie Technologien die Wertschöpfungskette unterstützen können, um das Engagement der Fans zu steigern und neue Einnahmequellen zu erschließen. Die Studie basiert auf einer Befragung von über 150 Führungskräften aus der Sportindustrie und 2.500 Sportfans aus den USA, Mexiko, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien und China.

Beispielloser Wandel der Sportmedienbranche

Auf der Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse konstatiert Altman Solon, dass der kulturelle Einfluss auf die Sportindustrie noch nie so stark war wie heute und dass gleichzeitig große Umwälzungen bevorstehen. In der Studie heißt es: „Die Sportmedienbranche befindet sich in einem beispiellosen Wandel. Da sich die Gewohnheiten der Fans ändern und die Sportindustrie mit einer weiteren Fragmentierung konfrontiert ist, ist ein Dialog zwischen allen Marktteilnehmern – Fans, Rechteinhabern, Medienvermarktern, Investoren und Partnern – notwendig, um den anhaltenden Erfolg der Branche zu gewährleisten.”

Neue Technologien, darunter KI-Funktionen, virtuelle Produktionswerkzeuge und Cloud-basierte Workflows, werden die Produktion und Distribution von Inhalten in der Sportmedienbranche nachhaltig verändern. Neben den Auswirkungen der Automatisierung von Inhalten und der Remote-Technologie nennen 74 Prozent der Befragten die Auswirkungen der Lokalisierung von Inhalten wie Virtual Board Replacement (VBR) als Game Changer. Diese führen zu einer Kosteneffizienz, die die Arbeitsabläufe im Content-Bereich drastisch rationalisiert und eine bessere Monetarisierung ermöglicht. Durch die Verlagerung von Medienproduktions- und Distributionsworkflows in die Cloud haben Rechteinhaber und ihre Medienlizenznehmer mehr Möglichkeiten, lokalisierte Highlight-Pakete zu integrieren und neue, hyperlokale Werbekunden mit einem vollständig maßgeschneiderten Werbeinventar zu gewinnen, heißt es in der Studie.

Skepsis gegenüber AR/VR und im Bezug auf Blockchain

Auf der Konsumentenseite glaubt nur etwas mehr als die Hälfte (52%) der Sportmanager, dass die Erweiterung der Inhalte (AR/VR, Gamification und erweiterte Statistiken) die Sportmedien beeinflussen wird. Diese „schwache Reaktion“ ist zum Teil auf die geringe Akzeptanz von Mixed-Reality-Produkten bei den Konsumenten zurückzuführen. Die kontinuierliche Innovation im Bereich Mixed Reality und die Einführung von Geräten wie dem Vision Pro Headset von Apple würden jedoch auf neue Möglichkeiten in diesem Bereich hindeuten.

Weniger optimistisch sind die Sportmanager in Bezug auf Blockchain und Tokenisierung: Nur 26% glauben, dass Web3-Technologien und Eigentumsmodelle die Entwicklung vorantreiben werden. Dies ist vor allem auf die geringe Akzeptanz bei den Fans zurückzuführen (nur 6% der Befragten haben einen Sport-NFT oder Fan-Token erworben). Dennoch glauben die Führungskräfte, dass Blockchain-basierte Loyalitätsprogramme für die Zukunft vielversprechend sind und das Potenzial haben, Synergien mit Spielen und Live-Events zu schaffen.

In der Zwischenzeit konsumieren Sportfans Inhalte im digitalen Raum auf neue Art und Weise, von hochgradig personalisierten Feeds und Streaming-Abonnements bis hin zu Web3-Fangemeinden. Sobald die Technologie ausgereift ist, könnten Blockchain-basierte Loyalitätsprogramme ein reichhaltiges Ökosystem schaffen, das Rechteinhaber, Fans und Partner miteinander verbindet, so die Studie.

“Die Innovationszyklen in den Sportmedien beschleunigen sich. Die Medienwertschöpfungskette wird durch technologiegetriebene Top-Down-Technologien und nutzergetriebene Bottom-Up-Konsumtrends aufgebrochen, und die Führungskräfte im Sport sind sich des enormen Geschäftspotenzials bewusst”, sagt Matt Del Percio, Direktor bei Altman Solon. “Um von diesen Innovationen zu profitieren, müssen Rechteinhaber und Sportmedienkonzerne in eine klar definierte Innovationsroadmap investieren, die sich auf Bereiche mit langfristigem Wachstumspotenzial konzentriert”, so Del Percio weiter.

Die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage

  • Fast drei Viertel der Führungskräfte im Sportsektor glauben, dass die Lokalisierung von Inhalten und virtuelle Produktionstechnologien einen Einfluss auf ihr Geschäft haben werden.
  • Die Konsumenten zeigen Interesse an einer hypothetischen “digitalen Fan-ID”, um personalisierte Inhalte und Erlebnisse freizuschalten. Die Branche experimentiert bereits mit diesem Konzept und testet Möglichkeiten, einzelnen Fans maßgeschneiderte Erlebnisse zu bieten.
  • Derzeit glauben nur 26 Prozent der Führungskräfte im Sportsektor, dass Blockchain und Tokenisierung einen signifikanten Einfluss auf ihr Geschäft haben werden. Es gibt noch Raum für potenzielles Wachstum, wenn die Technologie ausgereift ist. Derzeit spielen Tokenisierung und Web3-Eigentum für Sportfans nur eine untergeordnete Rolle.
  • 61 % der Führungskräfte im Sportsektor sind der Ansicht, dass die Remote-Produktion die Kosten und den Platzbedarf von Live-Veranstaltungen senken wird.

Der komplette Studienreport findet sich hier.

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