ZDF meldet Finanzbedarf an

Das ZDF hat Ende April 2023 den Finanzbedarf für die Jahre 2025 bis 2028 bei der KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten) angemeldet. Die derzeit hohe Inflationsrate wurde nach Angaben des Senders dabei nicht berücksichtigt.

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ZDF auf dem Mainzer Lerchenberg
ZDF auf dem Mainzer Lerchenberg ©ZDF

Bei der Prognose des Programmaufwands geht das ZDF lediglich von einer Teuerung von 2,16 Prozent pro Jahr aus. Das ist weniger als bei der der letzten Finanzbedarfsanmeldung 2019. Hier hatte man beim Programm noch eine jährliche Teuerung von 2,49 Prozent angenommen. Bei den Personalkosten kalkuliert die aktuelle Anmeldung eine jährliche Steigerung von 2,71 Prozent (2019 wurden hier 2,5 Prozent prognostiziert). Das liegt deutlich unter den aktuellen Tarifsteigerungen in vielen Branchen. Die reale Kostenentwicklung will das ZDF durch Einsparungen in der kommenden Beitragsperiode ausgleichen. Eine konkrete Höhe des Finanzbedrafs wurde vom ZDF nicht genannt. Auch Deutschlandradio und ARD hatten zuvor bei der KEF ihren Finanzbedarf für die kommenden Jahre angemeldet.

Für notwendige Modernisierungen und strategische Maßnahmen beantragt das ZDF keine zusätzlichen Mittel. Das gilt für den Strategieprozess, in dessen Rahmen jährlich 100 Mio. Euro umgeschichtet werden, um ein Publikum zu erreichen, das nur noch selten ZDF-Angebote nutzt. Auch der Ausbau der ZDFmediathek zu einer modernen Streaming-Plattform wird bereits seit 2020 mit einem auf fünf Jahre angelegten Projekt vorangetrieben. Dafür investiert das ZDF nach eigenen Angaben erhebliche Mittel, die komplett durch Einsparungen an anderer Stelle finanziert werden. Ein neues Login und ein auf transparenten Algorithmen basierendes Empfehlungssystem sind bereits eingeführt. Davon profitiere auch das gemeinsame Streaming-Netzwerk, das die Mediatheken von ZDF und ARD über eine enge technologische Zusammenarbeit verknüpft, heißt es in einer Mitteilung. Die ARD hat das Empfehlungssystem des ZDF bereits übernommen. Es gibt auch schon übergreifende Empfehlungen bei Dokumentationen und im Bereich Kultur. In Zukunft sollen User ohne Barriere auf alle Inhalte von ZDF und ARD zugreifen können. Das ZDF will dieses Netzwerk mit der ARD aber auch ARTE weiterentwickeln. Dabei sei das ZDF offen für weitere europäische Partner, heißt es weiter. 

Die KEF wird die Anmeldungen der Rundfunkanstalten in den kommenden Monaten überprüfen und den Ländern Anfang 2024 einen Vorschlag über die künftige Beitragshöhe unterbreiten. Dieser bildet dann die Grundlage für eine Entscheidung der Landesregierungen und der Landesparlamente. Der Rundfunkbeitrag liegt seit August 2021 bei monatlich 18,36 Euro. Davon erhält das ZDF 4,69 Euro. Darin enthalten sind die Aufwendungen für das Hauptprogramm, ZDFneo und ZDFinfo, die ZDFmediathek sowie hälftig die Kosten für 3sat, Phoenix und KiKa einschließlich aller Verwaltungs-, Produktions- und Personalkosten.