Lutz Marmor, Intendant des NDR zum Nonstop-Nachrichten-Konzept: "Die Sendungen werden von derselben Redaktion zusammengestellt, die ohnehin für die täglich rund 20 Tagesschau-Ausgaben im Ersten arbeitet. Das ist ein Maximum an Synergie. Zugleich macht der Name tagesschau24 deutlich, dass es dabei um den Kern unseres Auftrags geht - die Information."
Hervorgehoben wird auch die Effizienz, mit der dieser digitale Nachrichtenkanal aktuell beliefert wird. Für den ARD-Informationskanal gibt es keine eigene Produktionseinheit und keine eigene Redaktion und Studio mehr. Noch 2011 wurde EinsExtra in einem gesonderten Studio produziert. Seit einigen Monaten sendet ARD-aktuell den Digitalkanal aus demselben Studio, in dem zur vollen Stunde die Tagesschau-Ausgaben für Das Erste produziert werden. Dr. Kai Gniffke, Erster Chefredakteur von ARD-aktuell, betont einen weiteren Vorteil: "Die enge Verzahnung bei Redaktion und Produktion spart nicht nur Geld, sondern trägt auch zur Qualitätssteigerung bei. Ohne den ständigen Sendebetrieb unseres Infokanals wäre die schnelle Reaktionsfähigkeit wie etwa beim Unglück von Fukushima nicht möglich gewesen." Auch lange Sondersendungen im Ersten habe man daher ohne Probleme aus dem Stand realisieren können. Die "Tagesschau in 100 Sekunden", die auf dem Computer oder mobil mit einem Smartphone abgerufen werden kann, wird zunächst von dem Digitalkanal produziert, dort gesendet und anschließend im Internet bereitgestellt. Bereits jetzt wird dieses Kurznachrichtenformat neun Millionen Mal pro Monat genutzt. Die Tagesschau erreicht auf diese Weise ein deutlich jüngeres Publikum als bei der TV-Ausstrahlung. Im linearen Fernsehen kommt der digitale Informationskanal der ARD derzeit laut NDR auf eine Tagesreichweite von rund 700.000 Zuschauern. (4/12)
Digitalkanal EinsExtra heißt ab 1. Mai tagesschau24
Der Digitalkanal EinsExtra, der in seinem Programm Tagesschau-Nachrichten im Viertelstundentakt bietet, heißt künftig tagesschau24. Am inhaltlichen Konzept ändere sich nichts, meldet der federführende Sender NDR. Der neue Name soll ab 1. Mai eingesetzt werden.
Eckhard Eckstein
Erfahrener Fachjournalist und langjähriger Chefredakteur der Zeitschrift MEDIEN BULLETIN. Themenschwerpunkte sind Medienpolitik und Rundfunktechnologie.
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