Telekom und Sony testen 5G-Netzwerk-APIs für Live-Produktion

Die 5G-Netzwerk-APIs der Telekom sollen künftig die optimale Nutzung des 5G-Netzes für Live-Produktionen erleichtern. Dies wurde nun in Zusammenarbeit mit Sony im polnischen Krakau getestet.

81
Telekom und Sony testen gemeinsam 5G-Technologie für die Live-Produktion
Telekom und Sony testen gemeinsam 5G-Technologie für die Live-Produktion

Die Deutsche Telekom und Sony haben einen spannenden Live-TV-Produktionstest durchgeführt. Dabei wurden die 5G Network Application Programming Interfaces (APIs) der Telekom im Zusammenspiel mit der VideoIPath-Plattform von Nevion getestet. VideoIPath ermöglicht die Orchestrierung verschiedener Medien und die Integration der Telekom-Netzwerk-APIs ermöglicht die optimale Nutzung des 5G-Netzes. Das Ergebnis war eine niedrige Latenz und zuverlässige Bandbreite, zwei Faktoren, die für professionelle Live-Videoproduktionen unerlässlich sind.

Die Vorteile von 5G für die Live-Produktion

Die 5G-Technologie bietet zahlreiche Vorteile für Produktionsfirmen, die in der Live-TV-Branche tätig sind. Sie kann die Produktionsflexibilität erhöhen und in einigen Szenarien die Kosten für den Einsatz von 5G im Vergleich zu herkömmlichen Übertragungsmethoden senken. Diese Eigenschaften machen 5G zu einer attraktiven Option für die Übertragung von Live-Veranstaltungen.

Herausforderungen und Lösungen für Live-Übertragungen

Obwohl 5G-Netze leistungsfähig sind, gibt es spezifische Herausforderungen für ihren Einsatz bei hochwertigen Live-Produktionen. Die Übertragung großer Videodatenmengen in Echtzeit und ohne Unterbrechungen, insbesondere an dicht besiedelten Orten wie Stadien, erfordert eine sichere Übertragung des Live-Videosignals mit optimierter Latenz und Bandbreite. Die Tests von Sony und Telekom haben nach eigenen Angaben gezeigt, dass dies durch den Einsatz von Netzwerk-APIs möglich ist.

Innovative Technologie im Test

Bei den Tests kamen die Bandbreitenmanagement-Funktionen von Nevion und die Videokompressionstechnologie mit niedriger Latenz von Sony zum Einsatz. Beide Funktionalitäten wurden mit dem Zugang zum 5G SA Netz der Deutschen Telekom und der Optimierung über Netzwerk-APIs kombiniert. Die Tests wurden in einem Labor der Deutschen Telekom in Krakau, Polen, durchgeführt. Sony nutzte seine CBK-RPU7 HEVC 4K/HD Remote Production Unit und den neuen 5G Portable Data Transmitter PDT-FP1, um eine Verbindung zwischen den Kameras vor Ort und dem Broadcast-Produktionszentrum über das 5G-Netzwerk herzustellen.

Claudia Nemat, Vorstand Technologie und Innovation der Deutschen Telekom, betont die Bedeutung der 5G-Technologie für komplexe Medienproduktionen: „Live-TV mit mehreren Kameras bedeutet hohe technische Anforderungen. 5G Standalone vereinfacht solche komplexen Medienproduktionen: Standardisierte, programmierbare Schnittstellen sorgen für geringe Latenzzeiten und stabile Bandbreiten. Im Zusammenspiel mit 5G-Modems und neuartiger Datenkompression kann die Quality-of-Service angepasst werden, um besonders wichtige Videosignale zu optimieren. Das macht den Sendebetrieb effizienter. Gemeinsam mit Partner Sony haben wir diese 5G-Innovation erfolgreich getestet.“

Die Tests sollen das Engagement der Telekom für innovative Netzwerklösungen zur Optimierung von Live-Videoübertragungen unterstreichen. Sie folgen auf die Ankündigung des kommerziellen Starts der 5G-Live-Videoproduktion über Network Slicing in Zusammenarbeit mit RTL.

CAMARA: Zukunftsweisende Standardisierung

Die verwendeten Netzwerk-APIs der Telekom basieren auf den CAMARA-Standards, einem Open-Source-Projekt der Linux Foundation, in dem die Telekom eine aktive Rolle spielt. Dieser Ansatz fördert die weltweite Standardisierung und Interoperabilität von Netzwerk-APIs und soll so die Basis für eine breite Akzeptanz und Nutzung in der Industrie schaffen. Die Initiative wurde im Februar 2022 von der GSMA angekündigt. Sie setzt sich aus Netzwerkbetreibern, Technologieanbietern, Cloudanbietern, Betriebssystemanbietern und Anwendungsentwicklern zusammen. Ziel der Initiative ist die weltweite Standardisierung von Netzwerk-APIs. Durch die Nutzung der Open-Source-Netzwerk-APIs von CAMARA stellen Anbieter die Interoperabilität mit anderen Betreibernetzen weltweit sicher.

Anzeige